Verschlafen wir die 4. industrielle Revolution? »Heterogene Sichtweisen« bremsen Industrie 4.0

Laut der aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants (PAC) im Aufrag von Freudenberg IT sank der Industrie-4.0-Index der mittelständischen Fertigungsindustrie auf einer Skala zwischen 0 und 10 von 6,6 im Vorjahr auf aktuell 6,5. 
Den Grund dafür sieht PAC vor allem in divergierenden Sichtweisen von Management, IT und Produktion.
Laut der aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants (PAC) im Aufrag von Freudenberg IT sank der Industrie-4.0-Index der mittelständischen Fertigungsindustrie auf einer Skala zwischen 0 und 10 von 6,6 im Vorjahr auf aktuell 6,5. Den Grund dafür sieht PAC vor allem in divergierenden Sichtweisen von Management, IT und Produktion.

Industrie 4.0 gerät im fertigenden Mittelstand Deutschlands offenbar ins Hintertreffen, stellt eine neue Studie des Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants fest. Schuld daran seien unterschiedliche Sichtweisen innerhalb der Unternehmen. Vor allem das Management sei zu zögerlich.

Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants (PAC) im Aufrag von Freudenberg IT sank der Industrie-4.0-Index der mittelständischen Fertigungsindustrie auf einer Skala zwischen 0 und 10 von 6,6 im Vorjahr auf aktuell 6,5.

Den Grund dafür sieht PAC, neben allgemein noch vorherrschenden begrifflichen Unsicherheiten, vor allem in divergierenden Sichtweisen von Management, IT und Produktion. Denn deren Umfrageergebnisse fallen teilweise recht unterschiedlich aus. Das zeige, so PAC, dass das Thema Industrie 4.0 in den Unternehmen noch nicht überall ausreichend konkret sei.

»In unserer diesjährigen Umfragewelle zur IT-Durchdringung des industriellen Mittelstands werden heterogene Sichtweisen in Bezug auf den Industrie-4.0-Megatrend evident«, kommentiert Stefanie Naujoks, Analystin bei PAC und Autorin der Follow-up-Studie.

Die Bedeutung Industrie 4.0-naher Technologien wird vor allem von Produktionsleitern erkannt. So bekundete beispielsweise diese Gruppe entgegen dem Durchschnittstrend, insgesamt mehr intelligente Produktionsanlagen und moderne Automatisierungslösungen einzusetzen beziehungsweise ihren Einsatz zu planen, als dies noch 2014 der Fall war.

Das Management nähert sich der Herausforderung »Industrie 4.0« jedoch zurückhaltend. »Das ist nicht genug«, mahnt Horst Reichardt, CEO der Freudenberg IT. Denn bei Industrie 4.0 gehe es eben nicht nur um die Digitalisierung der Produktionstechnik, sondern um eine grundlegende Transformation der industriellen Wertschöpfung. »Wir brauchen dringend neue Managementansätze, Geschäftsmodelle und Regeln für ein verändertes Zusammenspiel zwischen Herstellern, Zulieferern und Kunden«, so der CEO.

Die nahtlose Integration aller Produktionssysteme im Shop Floor mit den Geschäftsprozessen im Top Floor sei die notwendige Voraussetzung dafür. Immer mehr Fertigungsunternehmen planen und bereiteten diesen essenziellen Schritt hin zu Industrie 4.0 derzeit vor

Dennoch zeigt die Studie bei der Kopplung zwischen Manufacturing Execution Systemen (MES) – dem Nukleus der künftigen Smart Factory – und bestehenden kaufmännischen Anwendungen ein uneinheitliches Bild: Zwar ging der Anteil der bereits eingesetzten Lösungen von 67 auf 58 Prozent zurück, doch wurde dieser Trend von einem signifikanten Anstieg um 12 Prozentpunkte auf 18 Prozent bei der Planung für solche Integrationslösungen zwischen dem Top und Shop Floor überlagert.

Für die repräsentative Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut PAC zum dritten Mal rund 130 IT-Entscheider und Produktionsleiter mittelständischer Fertigungsunternehmen in Deutschland. Die befragte Unternehmensgruppe setzt sich aus folgenden Branchen zusammen: Maschinen- und Anlagenbau (30 Prozent), Automotive (28 Prozent) sowie sonstige Fertigung (42 Prozent) mit einer Mitarbeiterzahl von 250 bis 499 (40 Prozent) beziehungsweise 500 bis 4.499 (60 Prozent).