Grüne Elektronik: Nokia auf Platz eins, Nintendo weiterhin Schlusslicht

Greenpeace hat die aktuelle Rangliste für grüne Elektronik veröffentlicht. Die Umweltschutzorganisation bewertet darin die führenden Elektronikunternehmen. Zu den Kriterien zählen Energieverbrauch, Chemikalien und Recycling.

An der Spitze positioniert sich Nokia mit sieben von zehn möglichen Punkten. Das gute Ergebnis kommt vor allem durch das verbesserte Rücknahmeangebot in Indien zustande. Auch in Sachen Vermeidung giftiger Inhaltsstoffe ist Nokia ganz vorn mit dabei: Das Unternehmen produziert schon seit 2005 PVC-freie Handys und plant bis 2009, alle Produkte ohne bromierten Flammenschutzmittel zu fertigen.

Zum zweiten Mal berücksichtigte Greenpeace im Ranking den Energieverbrauch der produzierten Produkte - laut Greenpeace ein wichtiges »grünes« Bewertungskriterium, schließlich ist nach von Greenpeace veröffentlichten Zahlen die Elektroindustrie mittlerweile für rund zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Apple, Nokia, Sony Ericsson und Samsung liegen beim Energieverbrauch vorn. Auch Toshiba sei ein gutes Beispiel für ein Elektronikunternehmen, dass seine Klimapolitik enorm verbessert habe, so Iza Kruszewska, Chemie-Kampagnerin bei Greenpeace International.

Ein weiteres Kriterium des Greenpeace-Rankings war der Einsatz von giftigen und umweltschädlichen Chemikalien. Hier schneiden neben Nokia Fujitsu Siemens Computers, Sony Ericsson und Sony gut ab. Fujitsu Siemens landet mit 5,5 Punkten insgesamt auf dem dritten Platz – ein großer Fortschritt zu Platz 15 im letzten Ranking. Bis Ende 2010 sollen alle Produkte des Unternehmens frei von PVC und bromierten Flammenschutzmitteln (BFR) sein. Rang vier und fünf belegen Sony Ericsson und Sony, beide mit 5,3 Punkten. Bis jetzt sind noch keine Computer ohne PVC und Flammenschutzmittel auf dem Markt – viele neue Produkte weisen aber deutlich geringere Mengen auf.

Apple landet mit 4,1 Punkten im unteren Mittelfeld. Laut Greenpeace hat das Unternehmen noch Schwächen in Sachen Energieverbrauch und Recycling. Wird die Ankündigung von Apple-Chef Steve Jobs jedoch umgesetzt und der neue iPod ohne PVC, Flammenschutzmitteln und Quecksilber produziert, könnte Apple im nächsten Ranking Punkte gut machen.

Im Umgang mit Elektroschrott und der Entsorgung hat Greenpeace bei fast allen bewerteten Firmen noch Mängel zu beklagen. Am schlechtesten schneidet in diesem Bereich Philips ab und belegte damit insgesamt Platz zwölf. Völlig abgeschlagen auf dem letzten Platz landet Nintendo mit 0,8 Punkten. Das Unternehmen erhielt in den meisten Bewertungskriterien null Punkte.

Weiter zum Ranking auf Seite 2.