»Grüne Elektronik« geht über die Stromaufnahme hinaus

Wer von »grüner Elektronik« spricht, kann sich nicht nur auf den CO2-Ausstoß beschränken. Bei den Workshops und Vorträgen des ersten »Elektronik ecodesign congress« geht es daher auch um Recycling, neue Materialien oder höhere Zuverlässigkeit.

Am 13. und 14. Oktober veranstaltet die Elektronik zusammen mit dem Fraunhofer Institut Zuverlässigkeit und Mikrointegration im Konferenzzentrum München den ersten Elektronik ecodesign congress.

Dr.-Ing. Nils Nissen, Leiter der Abteilung Environmental Engineering des Fraunhofer Institut Zuverlässigkeit und Mikrointegration wird den ersten Elektronik ecodesign congress mit dem Vortrag »Grüne Elektronik zwischen Detailverbesserungen und Megatrends« eröffnen.

Gleich zwei »Trendsetter« finden sich im Programm des Elektronik ecodesign congress wieder: die »EuP-Richtlinie« und »Energieeffizienz«. Beide sind eng miteinander verflochten und zusammen bilden sie einen eindeutigen Schwerpunkt - sowohl in den Workshops am 13. Oktober als auch im Kongress am 14. Oktober.

Diese Dominanz kommt nicht von ungefähr: Die häufigste Ursache für den größten Anteil an Umweltbelastungen - über den kompletten Lebenszyklus eines elektronischen Produktes - ist die Energieaufnahme im Betrieb. Hier setzt die Europäische Union mit der Ökodesign-Richtlinie (EuP, Energy using Products) an, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen, und hier wird auch der Anwender hellhörig, denn er kann Betriebskosten sparen. Eine relativ einfach zu erreichende, kleine Verbesserung bei der Energieaufnahme kann durchaus wirkungsvoller die Umweltbelastungen reduzieren als ein komplizierter Material- oder Prozesswechsel in der Produktion.

Grüne Elektronik - mehr als energieeffizient

Dennoch die umweltfreundliche Gestaltung eines elektronischen Produktes erfordert mehr, als nur die Stromaufnahme zu senken. Eine kritische Analyse der Energieaufnahme sollte nur der erste Schritt sein.

Dr.-Ing. Nils Nissen, Leiter der Abteilung Environmental Engineering des Fraunhofer Institut Zuverlässigkeit und Mikrointegration und Mitglied im Programmkomitee: »Es war bereits vor Jahren wissenschaftlicher Konsens, dass eine Einengung der Bewertung des Umwelteinflusses nur auf Energie oder auch CO2 nicht immer die umweltfreundlichste Lösung liefert. Energie und CO2 sind die derzeitigen Leitindikatoren in der Kommunikation - nicht jedoch die alleinige Basis der wissenschaftlichen Bewertung und Beratung.«

Deshalb greift der Elektronik ecodesign congress in 22 Vorträgen alle Themen von der Entwicklung bis zur Wiederverwendung und dem Recycling auf. 

Einen besonderen Programmhöhepunkt bildet die Verleihung des Elektronik Ecodesign-Preises. Mit ihm werden Diplom-/Masterarbeiten zum Thema umweltfreundliche Elektronik ausgezeichnet. Rittal unterstützt diese Auszeichnung mit Preisgeldern von insgesamt 5000 Euro.