Dilemma um Ruwel-Rettung

Für den insolventen Leiterplattenhersteller Ruwel am Hauptsitz in Geldern hat sich ein potenzieller Investor gefunden – jedoch machen derzeit 200 anhängige Kündigungsschutzklagen einen Strich durch die Rechnung.

Nachdem der frühere Ruwel-Eigentümer Bernd Zevens ein Angebot zur Übernahme des Ruwel-Werks in Pfullingen unterbreitet hat, signalisiert jetzt BlueBay die Bereitschaft, sich unter bestimmten Voraussetzungen weiter am Standort Geldern zu engagieren. Laut Insolvenzverwalter Horst Piepenburg wäre BlueBay zusammen mit einem asiatischen Partner eventuell dazu bereit, in einem neuen Unternehmen als künftiger Mehrheitsgesellschafter die Verantwortung für rund 220 Arbeitsplätze in Geldern zu übernehmen.

Die potenziellen neuen Eigentümer fordern allerdings die vorherige Klärung der etwa 200 anhängigen Kündigungsschutzklagen. Ein weiteres Engagement am Standort Geldern zu unveränderten Bedingungen und mit den vorhandenen Kostenstrukturen könne nicht erwartet werden und komme für einen möglichen Erwerber auch nicht in Betracht. Horst Piepenburg: »Man muss das verstehen, es gibt einfach keine Arbeit für 420 Mitarbeiter am Standort Geldern.« Jedoch ist der insolvente Leiterplattenhersteller nicht in der Lage, Abfindungssummen zu leisten.

Noch bis zum Jahresende kann Horst Piepenburg eigenen Angaben zufolge das Geschäft in Geldern in Eigenregie aufrecht erhalten. »Doch dann ist Schluss.« Die Schließung des Werks in Geldern  wäre auch für die Kunden bitter. Denn die in Aussicht gestellte Lösung – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung – könnte es ermöglichen, dass ein europäischer Leiterplattenhersteller für die weltweite Automobilindustrie, zusammen mit einem Partner mit eigenen Produktionskapazitäten in Asien, die Rolle eines weltweiten Global Players in diesem Marktsegment einnehmen kann.