Der lange Weg zur Massenfertigung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen

Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNTs) gelten als aussichtsreiche Bausteine für eine künftige Nanoelektronik, doch konnten sie bisher nicht industriell hergestellt werden. Forscher der Stanford Universität haben nun einen Durchbruch bekannt gegeben.

Bisher war die Herstellung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen im Labor auf einzelne Röhrchen beschränkt – für ein Verfahren zur gezielten Massenproduktion fehlten bisher die Ansätze. Hierfür wurde nun ein erster großer Schritt getan: Auf der VLSI Research Conference 2008 in Honolulu berichteten Forscher der Stanford Universität um Professor H.-S. Philip Wong von sehr vielen Nanoröhrchen, die man zunächst auf einem Quarzwafer von 10 cm Durchmesser aufgewachsen hat. Dort sind sie leichter zu erzeugen als auf Silizium. Dann wurden diese Nanoröhrchen auf Silizium transferiert und mit den nötigen Elektroden versehen.

Auf diese Weise entstanden bereits 197 Chips, jeder mit rund 1000 Transistoren. Stichproben ergaben, dass etwa 99 Prozent der Transistoren voll funktionsfähig waren. Die Forscher weisen darauf hin, dass sich auch dann mit den hergestellten Kohlenstoff-Nanoröhrchen arbeiten lässt, wenn sie nicht senkrecht aufgewachsen sind, sondern sich dabei »verbiegen«. Natürlich sind diese Arbeiten nur ein erster Schritt – letztlich wird man hunderte von Millionen Transistoren pro Chip benötigen. (EF)