Der Countdown ist abgelaufen - die RoHS gilt!

Seit 1. Juli dürfen Blei, Quecksilber, Cadmium, Chrom(VI) und bromhaltige Flammschutzmittel in vielen Elektro- und Elektronikgeräten nicht mehr verwendet werden.

Gemäß der Richtlinie 2002/95/EG »Restriction of Hazardous Substances« (RoHS) gelten in der EU neue Beschränkungen für bestimmte Substanzen.

Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie weist jedoch darauf hin, dass noch unklar ist, welche Ausnahmen zum Stichtag gelten. Obwohl die RoHS-Richtlinie in Europa einheitlich in das jeweilige nationale Recht umgesetzt werden muss, gebe es zudem nationale Unterschiede. Dazu gehöre die Interpretation des Anwendungsbereichs, der von einigen EU-Mitgliedstaaten ausgedehnt werde, so der ZVEI. Das habe Handelshemmnisse zur Folge.

Auch die Interpretation des Begriffs »in Verkehr gebracht« sei umstritten. Während die meisten Länder das erstmalige Inverkehrbringen in der EU als entscheidend ansehen, habe z.B. Belgien die Abgabe vom Einzelhändler an den Endverbraucher als »relevante Aktion« festgelegt. Der deutsche Gesetzgeber hat in beiden Fällen auf Sonderwege verzichtet.

Neben der europäischen Vorschrift über die Stoffbeschränkungen weist der ZVEI darauf hin, dass vermehrt ähnliche Gesetze in Ländern wie China, Korea und einzelnen US-Staaten gelten. Der Verband setzt sich auch weiter dafür ein, Stoffbeschränkungen möglichst einheitlich zu gestalten, um die Hersteller vor unterschiedlichen Anforderungen an ihre Produkte und damit vor Zusatzkosten zu schützen.