AT&S rutscht in die roten Zahlen

Nach einem negativen Quartalsergebnis stehen bei Europas größtem Leiterplattenhersteller AT&S Entlassungen am Standort Leoben und eine Produktionsverlagerung nach Asien auf dem Plan.

Kumuliert über das bisherige Geschäftsjahr befindet sich das Unternehmen zwar noch in der Gewinnzone, doch im 3. Quartal machte das Unternehmen bei einem Umsatz von 117,1 Mio. Euro 18,2 Mio. Euro Verlust (EBIT).

AT&S-Konzernchef Harald Sommerer zieht aus dem Ergebnis nun die Konsequenzen. Er verlagert das Volumengeschäft, das bisher am Standort Leoben produziert wurde, komplett nach Asien. In den österreichischen Werken will sich das Unternehmen stattdessen auf Kleinserien und Prototypenfertigung in spezialisierten Bereichen wie z.B. Medizintechnik konzentieren.

Am Standort Leoben-Hinterberg in der Steiermark fallen durch diese Produktionsverlagerung insgesamt 452 Arbeitsplätze weg, davon 293 eigene Mitarbeiter und 159 Leiharbeiter. Die Produktionskapazität des Werks schraubt AT&S von bisher 215.000 m² produzierter Leiterplattenfläche auf 130.000 m² herunter.

In Leoben fertigte das Unternehmen bisher Leiterplatten für mobile Endgeräte, also Handys, tragbare Spielekonsolen oder auch MP3-Player. In diesem Markt hat AT&S laut Sommerer einen weltweiten Marktanteil von 10 bis 15 Prozent. Am Fertigungsstandort in Klagenfurt plant AT&S laut Sommerer bisher keinen Stellenabbau, seit Anfang des Jahres hat das Unternehmen dort jedoch Kurzarbeit angemeldet.