Dreamliner Wieder Probleme mit Lithium-Ionen-Akkus

Bei der als „Dreamliner“ bekannten Boeing 787 gab es erneut Probleme mit einem der Lithium-Ionen-Akkus. Zwar haben die Sicherheitssysteme funktioniert, allerdings treten diese Probleme häufiger auf, als es der Fall sein sollte.

Der letzte Vorfall ereignete sich am 14. Januar auf dem Flughafen Narita in Tokio. Ein Techniker, der eine geparkte Boeing 787 der Japan Airlines für den Abflug überprüfte, wurde auf eine Warnmeldung des Akkusystems aufmerksam und entdeckte weißen Rauch außerhalb des Flugzeugs. Der Rauch stammte von einem der Lithium-Ionen-Akkus aus der Bordstromversorgung.

Später gab die Fluglinie bekannt, dass sich das Sicherheitsventil von einer der acht Akkuzellen geöffnet und den Rauch abgelassen hatte. Dieses Sicherheitsventil ist normaler Bestandteil einer Akkuzelle. Es öffnet sich, wenn der Gasdruck im Inneren der Zelle zu sehr ansteigt, und verhindert so deren Explosion. Gas entsteht aber erst, wenn sich die Zelle außergewöhnlich stark erwärmt, was z.B. durch Kurzschlüsse oder eine Überladung ausgelöst werden kann. Innerhalb gut eines Jahres ist das nun schon der dritte Vorfall, bei dem ein Lithium-Ionen-Akku an Bord eines Dreamliner so warm wird, dass etwas passiert. Den Auftakt bildete eine geparkte Maschine am Flughafen von Boston am 7. Januar 2013, die ebenfalls zu Japan Airlines gehörte.

Wie spätere Untersuchungen ergaben, hatte es einen Kurzschluss innerhalb einer der Akkuzellen gegeben, worauf sie thermisch durchgegangen war. Die starke Hitze griff auf die anderen Zellen über, woraufhin der komplette Akku regelrecht abbrannte. Zwei Wochen später, am 23. Januar 2013, musste ein Dreamliner der All Nippon Airways notlanden, da die Instrumente Probleme des Akkus und Rauch anzeigten. Erste Untersuchungen ergaben, dass die Kathode einer der acht Akkuzellen geschmolzen war und die Hitze auch andere Zellen in Mitleidenschaft gezogen hatte.

Diese beiden Ereignisse führten schließlich dazu, dass Boeing seine Dreamliner-Flotte für drei Monate stillegen musste. Erst nachdem dem Akku mehrere neue Sicherheitselemente verpasst wurden, durften die Maschinen wieder fliegen. Dazu gehörte zum Beispiel, dass die einzelnen Zellen stärker voneinander isoliert wurden, damit Hitze und Kurzschluss-Ströme nicht so schnell auf die anderen Zellen übergreifen können. Zusätzlich wurde ein Stahlgehäuse um den Akku gepackt, aus dem möglicher Rauch nach außen abgeleitet werden kann.