Fernablesung Verbrauchswerte automatisch ermitteln

Seit dem 1.1.2010 sind die Energieversorgungsunternehmen (EVU) gesetzlich verpflichtet, in Neubauten Elektrizitätszähler einzubauen, die Zählerstände automatisch melden können. Gleiches gilt auch bei größeren Modernisierungsmaßnahmen in Altbauten.

Die EVUs haben sich dem Vernehmen nach noch nicht auf diese Umstellung vorbereitet. So berichten die Ausrüster und Hersteller von Stromzählern, dass bislang keine größeren Stückzahlen in Auftrag gegeben wurden. Der Grund: Es fehlen Normen und Standards, in denen die Art und Weise der Kommunikation mit den Zählern beschrieben und festgelegt ist. Das Unternehmen ScatterWeb bietet nun ein System für die Fernauslesung, das eine Interoperabilität mit den unterschiedlichen Zählertypen erlaubt. Das System setzt auf den „wireless MBus“, an dessen Entwicklung das Unternehmen als „Open Metering“-Mitglied mitgewirkt hatte.

Ein vollständiges System besteht aus den Elektrizitätszählern, Datenkonzentratoren und Server-Software sowie einem sich selbst konfigurierenden Funknetz, das im 866-MHz-ISM-Band betrieben wird. Die Datenpakete werden von einem Endpunkt (Zähler) im „Multihop“-Verfahren zu einem Datenkonzentrator übertragen. Dabei gibt es im Prinzip keine Reichweitenbeschränkung, so lange ein Zähler mit einem nächsten Nachbarn per Funk kommunizieren kann. Zähler mit dem „wireless M-Bus“ sind etwa durch eine seit Mai dieses Jahres bestehende Partnerschaft zwischen ScatterWeb und dem dänischen Hersteller Kamstrup erhältlich. Die Verbrauchsdatenerfassung erfolgt bei diesen Zählern im 15-Minuten-Takt. ScatterWeb bietet darüber hinaus kleine Funk-Module an, die an Verbrauchszählern, Heizkörpern oder Brandmeldern angebracht werden können. Eine naheliegende Anwendung besteht in einer Erfassung der eingeschalteten elektrischen Verbraucher und deren Leistungsaufnahme. Nach Ansicht des ScatterWeb-Geschäftsführers Christian Huthmacher erhielte der EVU-Kunde mit einer solchen Dokumentation auch die Möglichkeit, gezielt Strom zu sparen. In einem weiteren Schritt könnten damit etwa die Zustände von Brandmeldern, Jalousien oder auch elektrischen Verbrauchen an eine Zentrale übermittelt werden. Wird die Möglichkeit genutzt, auch Aktoren anzusteuern, dann ließen sich von einer Zentrale beispielsweise Jalousien öffnen und schließen oder das Licht ein- und ausschalten.

Es muss nicht immer Wireless sein

Eine Möglichkeit, mit einem nicht mehr genutzten zweiadrigen Kabel eine Wohnung multimediafähig zu machen, bietet die Firma Mobotix mit ihrem Medienkonverter Mx2wire. Damit kann z.B. eine nicht mehr gebrauchte Telefonleitung oder ein Klingeldraht zur Anbindung von PC, Netzwerk-Kamera, WLANRouter, Internet-Telefon oder auch Türsprechanlage genutzt werden. Es müssen weder neue Kabel verlegt werden noch wird eine zusätzliche Stromversorgung erforderlich.