Energieerzeugung Strom aus Süß- und Salzwasser-Mix

Wo Flüsse ins Meer münden, gibt es Potenzial zur Energiegewinnung. Das machen sich Forscher des MIT zu eigen: Das sogenannte »PRO System« sammelt Flusswasser auf der einen und Salzwasser auf der anderen Seite einer Membran. Die Forscher bedienen sich dabei der Osmose zur Energiegewinnung.

Die Suche nach immer neuen Energiequellen beflügelt die Phantasie vieler Forscher und Wissenschaftler. Vor allem aus den USA kommen ständig neue Ideen zur Energiegewinnung und –speicherung in kurzen Meldungen zu uns herüber. Ob diese Zukunftsträchtig und auch in der Praxis wirklich umsetzbar sind, das sei nun einmal dahingestellt. Aber interessant ist es allemal zu lesen, welche Ideen in den Laboren entstehen.

Eine Idee stammt vom Massachusetts Institute of Technology aus den USA. Forscher entdeckten eine  Methode zur Energiegewinnung aus einem Süß-/Salzwasser-Mix wieder. Dort, wo beispielsweise Flusswasser mit geringem Salzgehalt auf das Salzwasser des Meeres trifft, wollen die Forscher Strom erzeugen. Das entwickelte »PRO System« (Pressure Retarded Osmosis) sammelt Fluss- und Salzwasser auf je einer Seite einer halbdurchlässigen Membran. Wie die Abkürzung schon sagt, durchquert das Flusswasser durch Osmose die Membrane und gelangt so zur salzigeren Seite. Der dabei entstehende Fluss treibt eine Turbine an, die dann wiederum Energie erzeugt.

Um die Leistungsfähigkeit und die optimalen Dimensionen des »PRO System« zu evaluieren, haben die Wissenschaftler am MIT ein Modell entwickelt. Laut der Meldung sind natürlich die Maße der Membran bis zu einem gewissen Punkt die entscheidende Größe für die Wirksamkeit des Systems. Grundsätzlich aber gilt, je höher der Unterschied des Salzgehalts der aufeinandertreffenden Medien, umso höher ist die Leistung des Kraftwerks. Die Kosten für ein PRO-Kraftwerk hängen wiederum von der Größe der Membran ab.

Die Forscher haben berechnet, dass das PRO System durch die Zugabe von Meerwasser eine an der Küste liegende Abwasseranlage betreiben und durch die Kombination der beiden Energie gewinnen könnte. Bezogen auf die Abwasseranlage Boston Deer Island würde ein System mit heutiger Technologie mindestens eine Membran mit einer Fläche von 2,5 Mio. m² benötigen – also eine Membran mit einer Seitenlänge von etwa 1,58 x 1,58 km².