Photovoltaik SMA Solar baut 700 Stellen in Deutschland ab

Die Krise der deutschen Solarbranche geht unvermittelt weiter. Der Wechselrichter-Spezialist SMA Solar wird bis Ende nächsten Jahres 700 Stellen abbauen. Die Entwicklungsabteilungen sind davon allerdings nicht betroffen.

Von dem Stellenabbau sind alle deutschen Standorte und alle Bereiche des Unternehmens mit Ausnahme der Entwicklung betroffen. Insgesamt sollen bis Ende 2014 700 Vollzeitstellen wegfallen, was 800 Mitarbeitern entspricht, da auch Teilzeitstellen mitgerechnet werden.

Grund für den Stellenabbau ist die wirtschaftliche Lage, in der sich die Photovoltaikbranchen und somit auch SMA Solar befinden. Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon erklärte in einer Pressemitteilung, was sein Unternehmen für die nächste Zeit erwartet: »Wir gehen von einer länger anhaltenden Konsolidierungsphase in der Solarbranche aus. Der weltweite Solarmarkt wird sich 2013 erstmals seit vielen Jahren gemessen in Euro rückläufig entwickeln. Als Marktführer sind wir davon im besonderen Maße betroffen. Den starken Umsatzrückgang um nahezu 50 Prozent seit 2010 können wir in so kurzer Zeit nicht allein durch die bereits laufenden Maßnahmen zur Erhöhung der Produktivität und Materialkosteneinsparungen ausgleichen. Wir sind deshalb  gezwungen, die Personalstruktur in den nächsten Monaten noch weiter als bisher geplant anzupassen«

Nach dem Stellenabbau werden Ende 2014 dann noch 3.000 Mitarbeiter an den deutschen Standorten von SMA beschäftigt sein. Bei der Entwicklung will das Unternehmen hingegen nicht sparen, dort sollen in diesem Jahr sogar 100 Millionen Euro investiert werden. IT- und Entwicklungsspezialisten sind daher nicht vom Stellenabbau betroffen.

Der Jahresumsatz für das letzte Geschäftsjahr 2011/2012 war um 15 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zurückgegangen, der Gewinn hatte sich von 166 Millionen Euro auf 75 Millionen Euro mehr als halbiert. Für 2013 rechnet das Unternehmen nur noch mit einem maximalen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

Langfristig sieht SMA die Lage aber eher positiv, da die Energieversorgung in Zukunft zunehmend auf erneuerbaren Energien und dezentralen Strukturen beruhe.

Bereits im Oktober hatte SMA den Abbau von weltweit 450 Mitarbeitern sowie 600 Zeitarbeitern bekannt gegeben.