Karsten Bier, Recom Power »Sensorik rund um IoT bringt enorme Zuwachsraten«

Trends und Herausforderungen auf der electronica.
Die electronica ist bietet Besuchern wie Ausstellern ein Spiegelbild der aktuellen und kommenden Trends und Herausforderungen der Elektronikbranche.

Die Electronica ist das Schaufenster der Stromversorgungs-Branche. Welche Trends erwarten den Messebesucher, der sich für Stromversorgungen interessiert? Karsten Bier, Geschäftsführer der Recom Power GmbH, spricht über neue Herausforderungen, Chancen und die Zukunft seines Unternehmens.

Karsten Bier: Getrieben durch Sensorik, IoT und Industrie 4.0, hält der Trend zur Miniaturisierung und zur vollautomatisierten Fertigung an. Die Leistungsdichte der Stromversorgungen steigt ebenso wie die Integration auf Chip-Ebene. Das macht es möglich, zusätzliche Funktionen in Power-Module zu integrieren, z.B. an der Schnittstelle zur Peripherie.

Elektronik: Sind diese Trends auch kennzeichnend für die diesjährigen Recom-Neuheiten?

Karsten Bier: In der Tat. Noch nie zuvor in unserer Firmengeschichte haben wir gleichzeitig so viele neue Produkte auf den Markt gebracht wie in diesem Jahr.

Nur ein paar Beispiele: Die neue, nur fingernagelgroße RTC2-Familie mit geregelter Ausgangsspannung und 2 W Leistung (Bild 1). Sie wird in unserer SMT-Fab in Taiwan vollautomatisch gefertigt. Auch das Wickeln und Verlöten der kleinen Trafos geschieht weitestgehend automatisch. Einen solch kosteneffizienten Prozess zu entwickeln ist alles andere als trivial. Mit dieser neuen Produktfamilie wollen wir Maßstäbe setzen – in Qualität und im Preis.

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Neue Gleichspannungswandler Bilder 2 bis 4

Mit der REM1-Familie bringen wir eine Reihe dreifach isolierter DC/DC-Wandler mit 2 MOPP

Außerdem bringen wir mit der REM1-Familie eine Reihe dreifach isolierter DC/DC-Wandler mit 2 MOPP (means of patient protection) für Applikationen in der Medizinelektronik (Bild 2). Die sind in einem SIP7-Gehäuse vergossen und ebenfalls sehr klein – trotz der erforderlichen Luft- und Kriechstrecken. Für den Einsatz in der Leistungselektronik kommen mit den Familien RKZxx2005D und RxxP22005D zwei bis 6,4 kV isolierte Wandler. Sie haben asymmetrische, duale Ausgänge von +20 V und –5 V bei 1 und 2 W Leistung zur Versorgung von SiC-MOSFET-Treibern (Bild 3). Last but not least – mit dem R78B-2.0 bringen wir einen 2-A-Schaltregler mit 96,5 % Wirkungsgrad. Das sind bis zu 30 W Leistung im Standard SIP3-Gehäuse (Bild 4).

Elektronik: Und im höheren Leistungsbereich?

Karsten Bier: Neu ist die RPA-Familie mit Leistungen von 20, 30, 60 und 120 W, die sich allesamt durch eine extrem hohe Leistungsdichte auszeichnen (Bild 5). Bei der 60-W-Version beispielsweise erreichen wir einen Wirkungsgrad jenseits von 93 %. Das bedeutet rund 40 % weniger Wärmeverluste als bei einem vergleichbaren DC/DC-Wandler mit nur 89 % und eine deutlich höhere Packungsdichte.

Dabei ist es uns gelungen, neben den üblichen Zertifikaten wie UL auch die Bahntechnik-spezifischen IRIS- (International Railway Industry Standard) und EN-50155-Zertifikate zu bekommen.

Mit diesen und einer Reihe weiterer, spezieller Leistungswandler werden wir unsere Präsenz in der Bahntechnik massiv ausbauen können. Außerdem komplettieren wir auch unsere Netzteilfamilie für die Hutschiene durch Geräte mit 120, 240 und 480 W (Bild 6).