Brandschutzschalter von Siemens Schutz vor Kabelbränden

Ein neuer Brandschutzschalter von Siemens registriert Arten von Fehlerlichtbögen, bei denen die übliche Sicherung nicht reagiert.
Ein neuer Brandschutzschalter von Siemens registriert Arten von Fehlerlichtbögen, bei denen die übliche Sicherung nicht reagiert.

Siemens hat seine Brandschutzschalter um eine Variante für Stromstärken bis zu 40 A erweitert. Sie erkennen Störlichtbögen in der Elektroinstallation und schützen vor Kabelbrand. Etwa ein Drittel aller Brände in Deutschland sind auf solche Schäden in der Elektroinstallation zurückzuführen.

Die Brandschutzschalter von Siemens bieten zusätzliche Sicherheit, denn sie registrieren Arten von Fehlerlichtbögen, bei denen die übliche Sicherung nicht auslöst. Kürzlich wurden die Schalter sogar in die nationale Norm DIN VDE 0100-420:202016-02 aufgenommen und sind nun für viele Einrichtungen verpflichtend – zum Beispiel für öffentliche Gebäude, Schlaf- und Aufenthaltsräume in Altenheimen und Kindertagesstätten sowie holzverarbeitende Betriebe, Holzhäuser, Papier- und Textilfabriken.

Siemens hat bereits 2012 die ersten Brandschutzschalter in Europa eingeführt. Bisher sind solche Schalter für Bemessungsströme bis 16 A ausgelegt. Die Stromstärke ist in Deutschland zum Beispiel in Privathaushalten üblich. Werden jedoch Geräte mit hohen elektrischen Leistungen betrieben – wie Motoren oder größere Öfen – fließen stärkere Ströme. In manchen Ländern – wie Großbritannien oder Belgien – fließen in den Stromkreisen ohnehin Ströme über 16 A. Darauf hat Siemens reagiert und bietet nun einen Brandschutzschalter für bis zu 40 A Bemessungsstrom. Der neue Schalter lässt sich leicht in bestehende Installationen nachrüsten und eignet sich für Industriebetriebe oder andere Einrichtungen, die große Verbraucher im Stromkreis haben.

Brandschutzschaltern können alle Arten von Störlichtbögen zu erkennen. Lichtbögen entstehen durch Spannungsüberschläge an gequetschten oder geknickten Kabeln oder beschädigten Isolierungen. Werden sie nicht unterbrochen, erhitzt sich die betreffende Stelle so stark, dass das Kabel zu brennen beginnt.

Heute schützen Sicherungen vor Störlichtbogen, die zwischen zwei nebeneinander liegenden Leitungen auftreten. Sie verursachen einen Kurzschluss oder Erdschluss und der Fehlerstromschutzschalter oder die Sicherung löst aus. Bei Lichtbögen innerhalb einer Leitung – wenn zum Beispiel ein Kabel bricht – ändert sich der Stromfluss jedoch nicht. Dann löst die Sicherung nicht aus und der Lichtbogen bleibt aktiv.

Brandschutzschalter registrieren derartige serielle Fehlerlichtbögen und schließen somit die Sicherheitslücke. Dabei müssen jedoch echte Störungen von ungefährlichen Lichtbögen unterschieden werden, wie sie manchmal in Bohrmaschinen auftreten. Eine spezielle Auswertesoftware registriert neben Strom und Spannung auch andere Messgrößen im Stromkreis – vor allem hochfrequente Anteile in der Stromkurve. Fehlerlichtbögen sind durch bestimmte Charakteristika in den Messungen identifizierbar. Ist dies der Fall, unterbricht der Brandschutzschalter innerhalb von Millisekunden den Stromkreis und bannt die Feuergefahr.