Marktforschung Schlechte Aussichten für Wechselrichter-Hersteller

Für die Hersteller von Wechselrichtern für die Photovoltaik wird es immer ungemütlicher. Sie kämpfen mit sinkenden Preisen und schrumpfenden Märkten. Die Marktforscher von IHS haben ihre Umsatzprognose für 2013 jetzt deutlich nach unten korrigiert.

Der weltweite Umsatz mit Wechselrichtern für die Photovoltaik soll in diesem Jahr um 9 Prozent zurückgehen. Und das obwohl die Anzahl verkaufter Wechselrichter um 7 Prozent zulegen soll. Damit wird der Markt für PV-Wechselrichter in diesem Jahr ein Volumen von 6,4 Milliarden Dollar erreichen, während es im letzten Jahr noch 7,1 Mrd. Dollar waren. Damit korrigieren die Marktforscher von IHS ihre eigene Prognose aus dem Juli nach unten, damals waren sie noch von 5 Prozent weniger Umsatz ausgegangen. Das ist eine Korrektur von 45 Prozent!

Der Grund für diese Entwicklung ist ein zunehmender Preisverfall bei den Wechselrichtern. So soll der durchschnittliche Preis in diesem Jahr auf 0,18 Dollar/Watt fallen. 2012 waren es noch 0,22 Dollar/Watt. Das klingt erst mal nicht viel, ist aber ein Preisrückgang von über 20 Prozent.

Die Ursachen für den Preisverfall sind vielseitig. Cormac Gilligan, Analyst bei IHS, macht dafür auch die wieder steigenden Preise für PV-Module verantwortlich. So seien die Preise für PV-Systeme in den letzten Jahren immer weiter gefallen, wovon die Modulhersteller deutlich stärker als die Wechselrichter-Hersteller betroffen waren. Diese Entwicklung ist nun zu Ende, da die Preise für PV-Module wieder langsam steigen, der Preisdruck verlagere sich damit stärker auf die Wechselrichter.

Ein weiterer Punkt ist, dass die großen Märkte Deutschland und Italien gesättigt sind. Die Zahl der neu installierten PV-Systeme geht hier insgesamt zurück, was auch mit der Kürzung der Förderung zusammenhängt. So soll sich die bereitgestellte Wechselrichter-Leistung in diesem Jahr für Deutschland und Italien auf 5,7 GW belaufen während es im vergangenen Jahr noch 11,5 GW waren.

So ein schrumpfender Markt zwingt die Wechselrichter-Hersteller regelrecht zu Preisnachlässen, um überhaupt Aufträge zu gewinnen. Das schlägt sich natürlich auf den Umsatz nieder. In Europa ging der soll der in diesem Jahr um 50 Prozent niedriger sein als 2011. Die Anzahl der Hersteller ist indes fast unverändert. Das verstärkt den Konkurrenzdruck und zwingt die Hersteller in neue Märkte wie Thailand oder Südafrika.

Aber auch diese Märkte, an denen Wachstum möglich ist, haben ihre Tücken. So läge der Preis für große Wechselrichter, die zum Beispiel in Solarparks eingesetzt werden, in Ländern wie China oder Thailand bei 0,06 Dollar/Watt. Das ist ein Preis, der für Hersteller ohne lokale Präsenz ökonomisch nicht mehr sinnvoll ist.