Trendwende Photovoltaik-Module werden teurer

Erstmals seit 4 Jahren steigen die Preise für Photovoltaik-Module in Europa wieder. Dazu trägt auch die Angst vor Strafzöllen bei, welche die EU ab Juni auf chinesische Importe verhängen könnte. Steigende Modulpreise bedeuten aber auch, dass Sonnenstrom teurer wird.

Die Preise für Photovoltaik-Module in Europa steigen wieder. Das geht aus einer Analyse der Marktforscher von IHS iSuppli hervor. So hat sich etwa der Preis für importierte chinesische kristalline Silizium-Module im März um 4 Prozent erhöht. Das ist der erste monatliche Preisanstieg seit Januar 2009, also seit über 4 Jahren. Damit aber noch nicht genug. Im April soll der Preis um 1 Prozent steigen und in den folgenden 3 Monaten um durchschnittlich 4 Prozent.

Diese Entwicklung ist ein Gegensatz zu dem jahrelangen Preisverfall von PV-Modulen, der durch eine gewaltige Überproduktion ausgelöst wurde. Zahlreiche Unternehmen sind diesem Preisverfall zum Opfer gefallen. Man muss allerdings abwarten, ob dieser vorübergehende Preisanstieg eine längere Trendwende ist, da nach wie vor mehr Module produziert als nachgefragt werden.

Momentan gäbe es allerdings eindeutige Zeichen, dass sich die Balance zwischen Angebot und Nachfrage einpegelt, so Glenn Gu, Senior Analyst bei IHS iSuppli. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen boomt die Nachfrage in China und Japan, was zu einer höheren Nachfrage führt und die Situation der Überproduktion entschärft.

Speziell für Deutschland dürfte aber eine andere Entwicklung größere Bedeutung haben. Seit März müssen alle chinesischen PV-Module beim Import in die EU registriert werden. Auf diese Module könnten im Nachhinein Anti-Dumping-Zölle  erhoben werden, wenn sich die EU am 6. Juni für eine solche Maßnahme entschließt. Im letzten Jahr hatten die USA bereits Strafzölle auf chinesische Module verhängt.

Diese Angst davor der zusätzliche bürokratische Aufwand führten dazu, dass sich chinesische Hersteller vom europäischen Markt zurückziehen. Den Marktforschern zufolge hätte das bereits zu einer Verknappung von PV-Modulen speziell in Deutschland und Großbritannien geführt. Diese Verknappung soll in den nächsten Monaten weitergehen und die Preise für PV-Module in Europa weiter steigen lassen.

Diese Entwicklung kann zu einer höheren Nachfrage nach europäischen Solarmodulen führen, was für die deutsche Industrie erst einmal positiv sein dürfte. Auf der anderen Seite tragen steigende Preise nicht zum Ausbau der Photovoltaik bei und könnte dazu führen, dass diese Art der Energiegewinnung unattraktiver wird.