Analyse Photovoltaik-Markt verschiebt sich nach Asien

In den letzten zehn Jahren war Europa Vorreiter und größter Markt für die Photovoltaik. Damit ist es jetzt vorbei. Erstmals wird 2013 in Asien wohl mehr Leistung als in Europa installiert.

In diesem Jahr soll die Leistung aller weltweit neu installierten Photovoltaik-Anlagen 35 GW erreichen. Im letzten Jahr waren es noch 30 GW, also rund 12 Prozent weniger. Das geht aus einer Analyse des Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli hervor.

Einen Zuwachs von 15 GW wird es allein in Asien geben, womit der Kontinent zum ersten Mal an Europa vorbeizieht, wo in diesem Jahr nur 13 GW installiert werden sollen. Im letzten Jahr waren es da noch 18 GW.

Treibende Kraft sind vor allem China mit 6 GW und Japan mit 5 GW. In China könnte es sogar mehr sein. Das Wachstum wird hier aber durch verspätete Zahlungen von Einspeisetarifen ausgebremst aber auch durch Verzögerungen beim Anschluss von Großprojekten an das Stromnetz. Allerdings könnte es passieren, dass der schrumpfende europäische Markt sowie mögliche Strafzölle dafür sorgen, dass chinesische Solarindustrie mehr Projekte im eigenen Land errichtet.

Wachstum wird es aber nicht nur in Fernost geben sondern auch in den Regionen Naher Osten & Afrika sowie in Südamerika. Dort soll es um ganze 250 Prozent bzw. 50 Prozent nach oben gehen.

Europa soll den Marktforschern zufolge in diesem Jahr nur noch einen Anteil von 37 Prozent an der weltweit neu installierten Photovoltaik-Leistung halten. 2012 waren es noch 57 Prozent.

Besonders für die beiden größten Märkte Deutschland und Italien erwarten die Marktforscher einen Rückgang. 2012 wurden hier gut zwei Drittel aller neuen europäischen PV-Anlagen installiert. Als Grund nennen die Marktforscher die Änderungen bei den Einspeisevergütungen aber auch die drohenden Strafzölle für chinesische PV-Module, was zu höheren Preisen und somit weniger Neu-Installationen führen soll.

Bei der Analyse des letzten Jahres sind die Marktforscher auch auf einen Widerspruch gestoßen. Während die installierte Leistung bei über 31 GW lag, wurden aber nur 27 GW ans Netz angeschlossen. Das liegt zum einen an der Umfragetechnik der Marktforscher, da manche Unternehmen zwar von installierter Leistung sprechen, was aber nicht bedeuten muss, dass sie auch tatsächlich angeschlossen ist.

Auf der anderen Seite gäbe es Verzögerungen beim Anschluss von Projekten an das Stromnetz, vor allem in China und Indien. Allein in China wären Ende 2012 Photovoltaik-Projekte mit einer Leistung von 2,5 GW noch nicht ans Netz gegangen.