Geschäftsmodell Recycling Pedelec-Akkus als Solarstromspeicher

Der Energieversorger Wemag aus Mecklenburg-Vorpommern geht ab Oktober mit einem neuen Geschäftsmodell an den Start. Dabei werden gebrauchte Pedelec-Akkus für Solarstromspeicher verwendet.

Die Akkus dafür stammen vom Schweizerischen Pedelec-Hersteller Biketec, der diese Akkupacks auch selbst entwickelt. Da Biketec seine Fahrräder auch ausleiht bzw. die gebrauchten Akkus wieder zurücknimmt, fallen große Mengen Fahrrad-Akkus an, die eigentlich entsorgt werden müssten. In der Regel tritt dieser Fall nach rund anderthalb Jahren ein. Besonders in der bergigen Schweiz werden die Akkus stark beansprucht, da sie bei Anstiegen hohe Entladeströme liefern müssen. Irgendwann reicht dann die Kapazität und damit die Reichweite nicht mehr zum Radfahren.

Für Heimspeicher mit der Bezeichnung »ReeVOLT!« taugen diese Akkus allemal, da sie noch genügend Kapazität für diese Anwendung aufweisen. Dazu werden 16 Stück von ihnen in einen Solarstromspeicher gepackt und mit einem zentralen Batteriemanagement-System gesteuert. Die Steuerung der einzelnen Zellen innerhalb des Fahrrad-Akkus übernimmt das BMS, das ohnehin schon integriert ist. Somit sollen auch die unterschiedlichen Kapazitäts-Werte oder Ladeverhalten der einzelnen Akkus kein Problem sein. Da alle Akkus vom gleichen Hersteller kommen, haben alle auch das gleiche Batteriemanagement-System. Die Spannung eines einzelnen Akkus beträgt 26 V.

Vor der Konfektion des Solarstromspeichers werden die einzelnen Akkus so ausgesucht, dass deren Kapazität nicht zu weit auseinanderliegt. Das zentrale BMS steuert die Ladevorgänge des Solarstromspeichers. Das 2,5-kWh-System kostet 6.000 Euro mit einem 3-kVA-Wechselrichter oder 7.000 Euro mit einem 5-kVA-Wechselrichter. Dazu kommen 27,50 Euro Miete pro Monat. Schwächelt ein Akku, wird er kostenlos ausgetauscht, was sogar im laufenden Betrieb möglich sein soll. Der Kunde braucht sich also keine Gedanken über die Lebenszeit seines Akkus zu machen.

Nach 3 bis 5 Jahren sind die Zellen dann am Ende, die Wemag untersucht derzeit ob es sich lohnt, die Lithium-Mangan-Oxid-Zellen (LMO) einfach auszutauschen und die Elektronik zu behalten.

Mit dem »ReeVOLT«-System will sich die Wemag unabhängiger von den sinkenden Gewinnen im Stromgeschäft machen.