Ecodesign Modularität ist der Schlüssel

Dr.Jens Würtenberg ist Redakteur des Fachmediums Elektronik und dort zuständig für die Fachgebiete Wirtschaft/Distribution, Forschung und Entwicklung, Stromversorgung,Konsumelektronik & Multimedia sowie Beruf und Karriere.

Ein vom Internationalen Design Zentrum Berlin gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundesumweltamt entwickelter Wettbewerb definiert Ecodesign als die Form der Produktentwicklung, bei der alle Phasen des Produktlebenszyklus berücksichtigt werden.

Seit Februar 2014 werden im Rahmen einer Wanderausstellung die preisgekrönten Projekte des „Bundespreises Ecodesign 2013“ gezeigt; zunächst in Ludwigsburg, später dann auch in anderen Städten. Sieben Projekte aus der Kategorie Produkt, jeweils ein Projekt aus den Kategorien Service und Konzept und drei aus der Kategorie Nachwuchs wurden von einer hochkarätigen Jury mit dem prestigeträchtigen Preis ausgezeichnet. Zwei Produkte hatten zu tun mit der Elektromobilität, ein Solarkiosk und eine 35-W-Kleinwindturbine nutzen die „Erneuerbaren“ als Energiequellen.
Der vom Internationalen Design Zentrum Berlin gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundesumweltamt entwickelte Wettbewerb definiert Ecodesign als die Form der Produktentwicklung, bei der alle Phasen des Produktlebenszyklus berücksichtigt werden. Eine Kriterienmatrix stellt den fünf Lebenszyklusphasen Planung und Entwicklung, Produktion, Distribution, Nutzung sowie Verwertung und Entsorgung die Aspekte Konzeption, Material- und Energieeinsatz, Gestaltung und Kon­struktion, Schadstoffe, Sozial- und Gesundheitsverträglichkeit sowie Produktkommunikation und Serviceleistungen gegenüber. Die Felder dieser Matrix sind mit Stichpunkten besetzt, die sich nahezu alle mit dem gesunden Menschenverstand herleiten lassen und die oft schon in den entsprechenden Vorschriften zu finden sind: etwa Kennzeichnung der Materialien und Komponenten oder leichte Demontierbarkeit der Bauteile.
Dass bei der Auswahl der Jury kein elektronisches Gerät dabei war, sollte nachdenklich stimmen, denn gerade hier erfüllt eine technisch saubere Konzeption viele Kriterien des Eco­design. An erster Stelle zu nennen ist die Modularität: Diese erlaubt es nicht nur, die Systemleistung des Gerätes an die Anforderungen anzupassen, sondern ist auch die Vorbedingung für dessen weitgehende Zerlegbarkeit am Ende des Lebenszyklus.
Wie das Entwurfsprinzip Modularität für ein Ecodesign genutzt werden kann, zeigt sich an Öko-Handys wie Phonebloks, Sailfish/Jolla, Fairphone oder dem Motorola-Projekt Ara. Das Ara etwa bietet dem Käufer eine modulare Plattform, bei der er selbst entscheiden kann, was sein Mobiltelefon kann. Zudem verbessert der modulare Aufbau die Reparaturfreundlichkeit des Gerätes.
Die Projektverantwortlichen sind verhalten optimistisch; sie rechnen nicht damit, dass in diesem Jahr ein Handy mit austauschbaren Komponenten der große Renner wird. Aber bei einem Erfolg könnte das Konzept aussstrahlen auf andere Elektronik-Entwicklungen, etwa in der Automa­tisierungstechnik. Die dort geforderte Langzeitverfügbarkeit der Komponenten ließe sich ersetzen in einem modularen System, das sich durch Austausch von Modulen über lange Zeit stets auf dem neuesten Stand halten ließe. Ecodesign hieße dann: Entwurf modularer Geräte und Systeme.