Meinung Keine Angst vor dem Elektroauto!

Vor einer Woche brannte medienwirksam ein »Tesla S« in den USA. Die Aktie des Elektrowagen-Herstellers stürzte daraufhin ab und die Sicherheit von Lithium-Ionen-Akkus wurde wieder mal in Frage gestellt. In Wirklichkeit hat der Unfall aber verdeutlicht, wie gut die Sicherheitssysteme des Tesla funktionieren. CEO Elon Musk hat außerdem gezeigt, wie man mit solchen Unfällen öffentlich umgeht.

Es gibt ein Video auf YouTube, das ein brennendes Auto an einer Kreuzung im Westen der USA zeigt. Im Hintergrund ist der Kommentar des Erschaffers dieses Videos zu hören. Plötzlich sagt er »Mann, das ist ja ein Tesla«. Das ist erstens ziemlich gut beobachtet, da der Filmer aus einem fahrenden Auto heraus schaut und zweitens spektakulär, da brennende Elektroautos Seltenheitswert haben. Das Video hat mittlerweile über 3 Millionen Aufrufe.

Jetzt kann man die Frage stellen, ob das Video auch so populär geworden wäre, wenn es sich um ein benzingetriebenes, brennendes Fahrzeug gehandelt hätte. Wohl eher nicht. Das Video und die Nachricht des brennenden Elektrosportwagens schafften es aber, dass die Tesla-Aktie an einem Tag um über 6 Prozent fiel.

Dann reagierte Tesla. Gründer und CEO Elon Musk nahm die Sache höchstpersönlich in die Hand und ging in die Offensive. Er veröffentlichte einen Blog-Eintrag auf der Tesla-Website, in dem er ganz genau auflistet, wie es zu dem Unfall kam. Ein gebogenes Metallteil von einem LKW-Anhänger hatte auf der Straße gelegen, der Tesla S war darüber gefahren und das Teil hatte mit unglaublicher Kraft die 0,6 cm dicke Schutzplatte des Batteriestrangs durchschlagen und ein 8 cm großes Loch hinterlassen. Und da Lithium-Ionen-Akkus ziemlich empfindlich sind, reicht so ein einschlagendes Metallteil aus, damit der Akku Feuer fängt.

Das merkte dann auch der Fahrer, der über eine Warnlampe auf den Akkuschaden aufmerksam gemacht wurde. Er hielt an, stieg aus und rief die Feuerwehr. Da die 16 Module des Batteriestrangs voneinander abgetrennt sind, beschränkte sich das Feuer nur auf den vorderen Teil des Wagens, dort wo das Metallteil eingeschlagen war. Durch Ventile wurde das Feuer zusätzlich nach unten auf die Straße gelenkt, damit es nicht so schnell in den Motorraum übergreifen kann. Das eingebaute Sicherheitssystem des Tesla funktionierte also offensichtlich einwandfrei. Zumal es sich bei den wahrscheinlich verwendeten Nickel-Kobalt-Aluminium-Akkus (NCA) nicht unbedingt um die sicherste Lithium-Ionen-Variante handelt. Lithium-Eisenphosphat- oder Lithium-Mangan-Akkus etwa sind temperaturstabiler und sicherer. Zu keinem Zeitpunkt hätte das Feuer den Fahrerraum des Autos erreicht, schreibt Musk dann noch.

Alles lief also gut, bis die Feuerwehr kam. Die löschte mit Wasser, was Musk grundsätzlich gut fand, und bohrte zusätzliche Löcher in die Schutzhülle des Batteriestrangs, was Musk nicht mehr so gut fand. Dadurch konnte sich das durch die Schutzmechanismen aufgehaltene Feuer nämlich weiter ausbreiten. Schließlich konnte der Brand mit Wasser und chemischen Mitteln gelöscht werden.

Elektroautos genauso sicher wie herkömmliche Autos

Wäre ein benzinbetriebenes Auto über so ein Metallteil gefahren, hätten die Folgen durchaus schlimmer sein können schreibt Elon Musk, da sich das Benzin aus dem beschädigten Tank am ganzen Auto verteilt hätte und es womöglich komplett abgebrannt wäre.

Das kann man Musk glauben oder nicht aber dieses Argument wird auch von einem Bericht der DEKRA unterstützt, die im letzten Jahr mit brennenden Elektroautos experimentiert hatte. Die Flammen- und Rauchentwicklung der in Brand geratenen Akkus war deutlich geringer als bei Benzin. Die Experten führen auch an, dass sich der Brand weniger schnell ausbreitet, da kein Benzin oder Diesel fließt, welche das Feuer an andere Stellen transportieren können. Das Fazit ist, dass Elektroautos genauso sicher sind wie konventionelle Autos.

Elon Musk jedenfalls bezeichnet Elektroautos als wesentlich sicherer, als Autos mit »einem großen Tank hochbrennbarer Flüssigkeit«. Auch der Besitzer des Tesla, ein Robert Carlson, fand die Sache nicht besonders tragisch. Eine Mail von ihm wurde geschickt unter den Blogeintrag von Elon Musk veröffentlich. Darin schreibt er, dass der Wagen sich in so einem harten Test gut geschlagen habe und er sich freue, bald wieder in einem Tesla zu sitzen.

Eine Untersuchung durch die US-Verkehrsbehörde »National Highway Traffic Safety Administration« steht noch aus, allerdings ist die durch den »government shutdown« in den USA gerade nicht handlungsfähig.