Kernfusion Fusionsstrom bis 2050

Die DPG Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) geht davon aus, dass der europäische Forschungsplan zur Kernfusion umgesetzt werden kann, nach dem bis 2050 elektrische Energie aus Fusionsrektoren in das europäische Energieversorgungsnetz eingespeist werden kann.

Nach Aussage des DPG-Präsidenten Edward G. Krusabik geben die bisherigen Forschungsergebnisse Anlass zu der Hoffnung, „dass das Ziel praktisch nutzbarer Fusionsenergie erreicht werden kann“. Die Forschung verfolgt das Konzept des magnetischen Einschlusses der Brennstoffe Deuterium und Tritium in ein Plasma. Die nötige Temperatur von 200 Mio. °C wird heute routine­mäßig erreicht, das für die Zündung erforderliche Produkt aus Dichte, Temperatur und Energieeinschlusszeit wurde im Lauf der Jahre um fünf Größenordnungen gesteigert und ist heute um den Faktor 5 vom Zielwert entfernt. Das europäische Gemeinschaftsprojekt JET (Joint European Torus) in Culham (England) hat bereits für eine Sekunde 16 MW Fusionsleistung erzeugt; 65 % der zugeführten Heizleistung wurden dabei aus der Fusion zurückgewonnen.

Nach Auskunft der DPG sind die physikalischen Vorgänge in den Fusionsplasmen weitgehend geklärt; die Forschungsarbeiten richten sich nun auf eine Optimierung des Plasmas. Die nächste Stufe der experimentellen ­Fusionsreaktoren ist der internationale Testreaktor ITER, mit dem Technologien und Betriebsweisen im Reaktormaßstab getestet werden sollen und der eine Fusionsleistung von 500 MW erzeugen soll (Bild). Der Reaktor soll dabei Fusionsstrom ins Netz einspeisen und die industrielle Entwicklung wettbewerbsfähiger Kraftwerke ermöglichen.