Europäischer Erfinderpreis Fischertechnik für das Lebenswerk

Für sein Lebenswerk ausgezeichnet: Artur Fischer.

Am 17. Juni wurden in Berlin europäische Erfinder für ihre Beiträge zum sozialen, ökonomischen und technischen Fortschritt durch das Europäische Patentamt geehrt. Mit Japan und den USA gingen zwei Preise auch an nichteuropäische Erfinder.

Im Mittelpunkt der Feier stand Artur Fischer. Der deutsche Erfinder wurde mit insgesamt 1100 Patentanmeldungen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Fischer erfand unter anderem den Fischer-Dübel und die Fischertechnik, ein Baukastensystem für technikbegeisterte Kinder und Jugendliche. Er bezeichnete seine Auszeichnung als „eines der größten Geschenke“, die der 94-Jährige„in einem langen Leben“ bekommen habe. Neben der Auszeichnung für ein Lebenswerk wurden Preise in den Kategorien Industrie, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Forschung vergeben. Der Preis für Erfinder aus außereuropäischen Staaten sowie der Publikumspreis wurden ebenfalls überreicht. Im Folgenden sind die Sieger der jeweiligen Kategorien mit ihren Erfindungen aufgelistet.

  • Industrie: Koen Andries (Belgien) und Jérôme Guillemon (Frankreich) mit deren Team entwickelten ein neues Medikament für die Behandlung von Tuberkulose. Seit 40 Jahren wurde kein wirksames Medikament gegen TB mehr entwickelt.
  • KMU: Peter Holme Jensen, Claus Hélix-Nielsen und Danielle Keller (Dänemark) entwickelten eine Wasser-reinigende Membran, die dank der natürlichen filtrierenden Funktion von sogenannten aquaporins ohne aufwendige Filtrierungssysteme auskommt.
  • Forschung: Christopher Toumazou (Großbritannien) entwickelte einen DNA-Test, der die genetische Zusammensetzung von Individuen innerhalb von Minuten entschlüsselt. Die Ergebnisse können über USB sofort auf einen Computer übertragen und dort analysiert werden, was das Arbeiten mit Toumazous Erfindung besonders schnell und effizient macht.
  • Außereuropäischen Staaten: Charles W. Hull (USA) erfand das 3D-Druckverfahren. 3D-Drucker sind Maschinen, die mithilfe von physikalischen/chemischen Härtungs- oder Schmelzprozessen dreidimensionale Werkstücke aufbauen.
  • Publikumspreis: Masahiro Hara, Takayuki Nagaya (Japan) entwickelten mit dem QR-Code (Quick Response-Code) ein System, das unter anderem bei der Verwaltung von Patientendaten, Nachverfolgung von biologischen Proben und als Marketing-Tool Verwendung findet. 30 % der Votierenden stimmten für die japanische Erfindung, wobei sich die Beteiligung an der Abstimmung mit 20.000 Teilnehmer im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte.

Rund 500 Gäste nahmen an der Preisverleihung im Kaiserlichen Telegrafenamt in Berlin teil. EPO-Präsident Benoît Battistelli bezeichnet die „Genialität und Kreativität“ der Erfindungen als „Indiz für Europas Position als führende Region im Bereich der Technik“.