Photovoltaik EU-Strafzölle dämpfen Ausbau der Photovoltaik in Europa

Marktforscher gehen davon aus, dass der Ausbau der Photovoltaik in Europa durch die Strafzölle auf chinesische Solarmodule einen Dämpfer bekommen wird. Allerdings ist der europäische Markt ohnehin rückläufig.

In Europa wird die Leistung neu installierter Photovoltaik in diesem Jahr um 6 GW auf 11,6 GW zurückgehen. Damit korrigiert das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli seine eigene Prognose von 13 GW nach unten. Grund für die Korrektur sind die Anti-Dumping-Zölle der EU, die seit Anfang Juni in Kraft sind. Dadurch würden 1,3 GW Leistung weniger installiert als ursprünglich prognostiziert. Der Grund dafür ist, dass chinesische PV-Module durch die Zölle teurer werden, was wiederum weniger Neu-Installationen nach sich zieht. Außerdem könnte ein Angebotsmangel entstehen, da chinesische Hersteller Europa aus Angst vor diesen Zöllen meiden.

Dass die neu installierte Leistung in der EU grundsätzlich von rund 18 GW im Jahr 2012 zurückgeht, hat aber viele Ursachen, wie zum Beispiel die Reduzierung der Einspeisevergütungen. Die Strafzölle beschleunigten diese Entwicklung jetzt, so IHS iSuppli.

Am 6. Juni hatte die EU-Kommission Zölle von 11,8 Prozent auf chinesische Solarmodule beschlossen, da die Hersteller ihre Ware unter Wert verkaufen und damit der europäischen Solarindustrie schaden. EU-Handelskommissar Karel De Gucht sagte, dass die Preise chinesischer Panels um 88 Prozent über dem Preis liegen müssten, zu dem sie in Europa verkauft werden. Die chinesischen Hersteller hätten so mittlerweile einen Marktanteil von 80 Prozent in Europa. Darüber hinaus produzieren sie 150 Prozent des weltweiten Bedarfs, was zu einem gewaltigen Überangebot und weiterem Preisverfall führt. Die Maßnahmen der EU sollen den europäischen Modulherstellern zugute kommen, die unter dem Dumping sehr gelitten hätten. 2011 etwa lieferte China Solarmodule in einem Wert von 21 Mrd. Euro in die EU.

Sollten die chinesischen Hersteller nicht bereit sein, zu verhandeln, werden die Zölle ab dem 06. August auf 47,6 Prozent erhöht. Im letzten Jahr hatten auch die USA Strafzölle auf chinesische PV-Module erhoben. Eine Folge war etwa die Insolvenz des chinesischen Herstellers Suntech, dessen größter Absatzmarkt die USA waren.

Weltweit soll trotzdem Photovoltaik mit einer Leistung von 35 GW neu installiert werden, was 12 Prozent mehr sind als 2012. Die größten Märkte sind hier China, Japan und die USA. Dabei wird deutlich, dass sich der PV-Markt insgesamt von Europa in andere Weltgegenden verschiebt.