Kommentar Energiewende im Hauruck-Verfahren

Die Mehrheit steht noch hinter der Energiewende, kritisiert aber ihre Umsetzung.
Die Mehrheit steht noch hinter der Energiewende, kritisiert aber ihre Umsetzung.

Die Energiewende ist in aller Munde. In Deutschland steht der Aspekt der Stromversorgung im Fokus. Doch welchen Ursprung hat die Energiewende?

1980 wurde das Wort „Energiewende“ in der wissenschaftlichen Prognose „Energie-Wende. Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran“ des Öko-Instituts erstmals verwendet. Hintergrund war die Ölkrise in den 1970er Jahren. Wer jetzt denkt, dem Ursprung somit auf den Grund gegangen zu sein, irrt. In der zahlreichen Literatur zu dem Thema sehen nicht wenige Experten und auch Nicht-Experten den Ursprung schon in der Vorgeschichte – einige gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Damals hatte man in Großbritannien die Befürchtung, Kohle könnte endlich sein und deshalb wurde ein Exportverbot diskutiert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errechnete ebenfalls in England ein Ökonom, dass der Kohlebedarf exponentiell steigen wird und sich daher die weltweiten Kohlevorkommen erschöpfen werden. Ein Plädoyer für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Kohle folgte im ausgehenden 19. Jahrhundert aus Deutschland. Kein Wunder: Während der Industrialisierung schöpften viele Fabriken ihre Energie aus Dampfmaschinen und die wurden mit Kohle betrieben. Weitere Energie- bzw. Kraftlieferanten bis Ende des 19. Jahrhunderts waren Wind- und Wassermühlen in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Erst mit den Wechselstromgeneratoren setzten sich Großkraftwerke durch. Eines der ersten Großkraftwerke ging übrigens 1895 in Amerika ans Netz. Der Strom wurde durch Wasserkraft an den Niagara-Fällen erzeugt. Von diesem Zeitpunkt an wandelte sich die dezentrale hin zu einer zentralen Energieversorgung mit Großkraftwerken. Als Primärenergiequellen dienen hier bis heute zumeist Uran, Kohle sowie Gas und Öl.

Die bereits genannte Ölkrise sorgte für ein weltweites Umdenken. Dänemark gilt seither als Pionierland der Energiewende. Das Land setzte anstatt auf Atom- auf Erneuerbare Energie. Zeitweise konnte sogar 90 Prozent des Strombedarfs durch Windenergie gedeckt werden.

Ende der 90er brachte das Kabinett Schröder Deutschland auf Kurs: In den beiden Legislaturperioden wurde u.a. der zeitlich gestaffelte Atomausstieg sowie das EEG auf den Weg gebracht. Ein sanfter Wandel wurde eingeleitet.

Der Hauruck-Moment der Energiewende in Deutschland kam in Form der Havarie des Atomkraftwerks Fukushima im Jahr 2010. Seitdem wird die Energiewende von Seiten der Politik forciert. Die Wende kommt, nur wie?

Auch die PCIM in Nürnberg wird sich in Teilen mit der Energiewende beschäftigen und sowohl Ideen als auch Lösungen zu mehreren Aspekten – Strom, Speicher, E-Mobilität – präsentieren. Vielleicht sollten einige Politiker nicht nur mit Kollegen in den Ministerien diskutieren, sonden auch einmal nach Nürnberg kommen, um sich aus erster Hand auf der Messe und im begleitenden Kongress über die verschiedenen Möglichkeiten der Netz-integration Erneuerbarer Energien informieren.