Superkondensatoren Die Smartphone-Hülle wird zur Batterie

Die Superkondensatoren, die Forscher der Vanderbilt University entwickelt haben, könnten Batterien und elektrische Leitungen obsolet machen.
Die Superkondensatoren, die Forscher der Vanderbilt University entwickelt haben, könnten Batterien und elektrische Leitungen obsolet machen.

Superkondensatoren könnten in Zukunft die Batterie überflüssig machen. Forscher der Vanderbilt University haben einen Kondensator entwickelt, mit dem Energie in strukturellen Materialien gespeichert werden kann. Wände und Smartphone-Hüllen könnten so zur Batterie werden.

Batterien und elektrische Leitungen könnten bald obsolet werden, denn ein von der Vanderbilt University entwickelter struktureller Superkondensator ermöglicht es, Energie über eine lange Zeit hinweg in strukturellen Materialien zu speichern.

Auf dem ersten Blick sieht der Kondensator aus wie eine dünne graue Waffel. Der Superkondensator besteht allerdings aus Silizium-Elektroiden, in deren innerer Oberfläche Nano-Poren sind. Anders als bei Batterien wird die Energie nicht mit Hilfe einer chemischen Reaktion gespeichert, sondern durch den Aufbau elektrisch geladener Ionen auf der Oberfläche des porösen Materials des Kondensators. Dabei ist der »Energiespeicher« unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie Vibration – der Kondensator konnte die Energie auch bei einem erhöhten Materialstress speichern und abgeben.

Der Fantasie für Anwendungsmöglichkeiten sind keine Grenzen geboten: Fragen der Energiewende, beispielsweise wie sich Energie aus Solaranlagen im Haus speichern ließe, könnten beantwortet werden – die Energie könnte mit Hilfe dieser Technologie einfach in den Wänden gespeichert werden und an Lichtquellen oder andere elektrische Geräte abgegeben werden. Die Smartphone-Hülle würde zur Batterie, das Laden würde drahtlos durch die Hülle erfolgen. Elektrofahrzeuge könnten die Energie in ihren Chassis speichern. Über die Kapazität der Kondensatoren haben sich die Vanderbilt-Forscher ebenfalls so ihre Gedanken gemacht. Zwar speichere ein Superkondensator zehn Mal weniger Energie als Lithium-Ionen-Batterien, doch habe er auch eine tausendfach längere Lebenszeit.

Zudem eigenen sich diese Superkondensatoren besser für strukturelle Applikationen. Vanderbildt-Forscher Cary Pint: »Es macht keinen Sinn Materialien zu entwickeln, um eine Wohnung, ein Autochassis oder ein Flugzeug zu bauen, wenn man diese jede paar Jahre wieder ersetzen muss, weil sie nicht mehr funktionsfähig sind.«