Entwicklerforum Der Energiespeicher als Alleskönner

In den Pausen konnten sich die Teilnehmer an den Ständen der begleitenden Aussteller über die neueste Technik informieren.

Auf dem 21. Entwicklerforum Batterien und Ladekonzepte der Design&Elektronik zeigte sich, welchen erheblichen Stellenwert der Energiespeicher in Zukunft haben wird. Fast 500 Teilnehmer waren gekommen. Eine kurze Zusammenfassung.

Energiespeicher werden das Schlüsselelement bei der Energieversorgung der Zukunft sein. Und dabei werden sie vielfältige Aufgaben übernehmen. Eine davon ist die Bereitstellung von Regelleistung; das ist die Energie, die benötigt wird, um die Stromnetze stabil zu halten und Schwankungen der Netzfrequenz abzufangen. Bei ihrem Vortrag zeigte Dr. Ina Hahndorf vom Großspeicher-Hersteller Younicos, dass die Technik dafür reif ist. In Zusammenarbeit mit dem norddeutschen Versorger Wemag errichtet Younicos gerade das erste kommerziell genutzte Lithium-Ionen-Akkukraftwerk mit einer Kapazität von 5 MWh. Der Vorteil solcher Kraftwerke ist, dass sie die schwankenden Lasten aus Sonnen- und Windenergie puffern können und im Bedarfsfall die Netzfrequenz sehr schnell und deutlich präziser ausgleichen können als konventionelle Kraftwerke. Etwas kleiner sind die Solarstromspeicher, die langsam Einzug in die deutschen Haushalte halten. Hier steht der Eigenverbrauch und eine Unabhängigkeit von den Strompreisen im Vordergrund für den Anwender. Ein neuer Ansatz steigert die Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerks (BHKW) durch Kombination mit einem Solarstromspeicher und einem thermischen Speicher. Martin Ebenhofer von der Hochschule Landshut stellte dazu ein Projekt vor. Da das BHKW konstant Strom und Wärme erzeugt, die Nutzung aber zyklisch erfolgt, wird die Energie erst einmal gespeichert und dann bedarfsgerecht an die Verbraucher im Haus abgegeben. Sind die Energiespeicher leer, springt das BHKW an und lädt sie wieder auf. Das System bringt es derzeit auf einen Wirkungsgrad von 78 Prozent, Ziel ist es, nahezu 90 % der Primärenergie des BHKW zu nutzen. Wirtschaftlich ist dieses System aber in der Form noch nicht.

Weniger Diesel für Basisstationen

Auch im kleineren Stil lösen Akkus zunehmend fossile Energiequellen ab. Holger Schuh vom Batteriehersteller Saft zeigte in seinem Vortrag, wie mit 3,9-kWh-Akkus Mobilfunk-Basisstationen versorgt werden können. Zwar ist das in Deutschland mit seinen rund 50.000 Basisstationen nicht das große Problem; allerdings gibt es etwa in Indien rund 500.000, viele davon in abgelegenen Gegenden, deren Energieversorgung mit Dieselgeneratoren erfolgt. Bei einem Hybridsystem übernimmt der Dieselgenerator das Laden des Akkus, er kann somit im optimalen Arbeitspunkt laufen. Der Sender wird vom Akku versorgt, der sich den sich ändernden Lasten besser anpassen kann. Der Generator muss dann nicht mehr 24 Stunden, sondern nur rund sieben Stunden laufen. In der Praxis muss er also nicht mehr einmal im Monat, sondern nur noch alle drei Monate betankt werden.