Rauch in der Kabine Behörden untersuchen neue Dreamliner-Panne

Nach einem Zwischenfall mit einer Boeing 787 in London vor einer Woche, haben die Ermittler nun die Ursache eingegrenzt. In den Mittelpunkt der Untersuchungen ist das Notfunksystem mitsamt seinen Batterien geraten.

Am 12. Juli stieg wieder Rauch aus einem Dreamliner. Es handelte sich um eine geparkte Maschine der äthiopischen Linie »Ethiopian Airlines« am Flughafen London Heathrow. Die britische Verkehrsbehörde Air Accidents Investigation Branch (AAIB) hat dazu nun einen neuen Bericht vorgelegt. Nachdem die Maschine am frühen Morgen gelandet war, hatte sie den Tag über in der Parkzone gestanden. Die Stromversorgung des Flugzeugs war abgeschaltet, während des Flugs hatte es keine Zwischenfälle gegeben. Um 15:34 entdeckte ein Fluglotse dann Rauch an der Maschine.

Die eine Minute später eintreffenden Feuerwehrleute fanden dichten Rauch im Inneren des Flugzeugs vor. Je weiter sie Richtung Heck gingen, desto dichter wurde der Rauch. Hinter den letzten Sitzreihen entdeckten sie dann, dass der Rauch aus der Decke kam. Sie entfernten daraufhin eine Deckenplatte und konnten den Brand mit Wasser löschen. Bei der anschließenden Untersuchung wurden Brandschäden an der Struktur und Isolation des Flugzeugs ausgemacht.

Die höchste Hitze-Entwicklung hatte es um das Notfunksystem ELT (Emergency Locator Transmitter) herum gegeben. Im Falle eines Unfalls funkt dieses ELT Signale an ein Satellitensystem wodurch das Flugzeug geortet werden kann. In dem Dreamliner ist der AAIB zufolge das ELT »Rescu406AFN« des US-Herstellers Honeywell eingesetzt. In der Nähe des ELT gab es kein anderes System, das bei abgeschalteter Stromversorgung in der Lage gewesen wäre ein Feuer auszulösen, wodurch sich die Untersuchungen jetzt darauf konzentrieren.

Und hier kommen die Batterien ins Spiel. Die AAIB gibt lediglich an, dass es sich um Lithium-Mangan-Oxid-Batterien handelt. Auf der Website des Satelliten-Such- und Rettungssystems COSPAS-SARSAT wird es dann etwas genauer. Demzufolge handelt es sich um fünf 3-V-Primärzellen der Größe D mit jeweils einer Kapazität von 11,1 Ah. Erste Untersuchungen hätten Schäden an den Batteriezellen gezeigt. Es ist allerdings nicht klar, ob diese Schäden von einem Defekt innerhalb der Batterien oder durch äußere Einflüsse wie etwa einen Kurzschluss stammen. Im Falle eines Kurzschlusses hätten diese Batterien allerdings genügend Energie gehabt, einen Brand auszulösen.

Es ist also definitiv noch zu früh, die genaue Ursache zu benennen. Wie der Brand genau entstanden ist, soll jetzt weiter untersucht werden. Lithium-Mangan-Oxid-Batterien (LiMnO2) gelten eigentlich als sicher, was sie von den Lithium-Kobalt-Akkus unterscheidet, die Anfang des Jahres in zwei Dreamlinern thermisch durchgegangen waren. Der AAIB zufolge hat Honeywell bereits über 6.000 ELTs produziert, die weltweit im Einsatz sind. Einen Brand hat es bisher noch nicht gegeben.

Die AAIB hat nun empfohlen, dass die ELTs »Rescu406AFN« an Bord aller Dreamliner vorübergehend deaktiviert werden sollen. Außerdem sollen diese Systeme auch in anderen Maschinen untersucht werden.

Keinerlei Verbindung zu Zwischenfall im Januar

Im Januar waren die Lithium-Ionen-Akkus an Bord zweier Dreamliner thermisch durchgegangen. Die genaue Ursache dafür ist weiter unklar. Möglicherweise gab es einen Kurzschluss innerhalb der Akkus Boeing hatte daraufhin eine Metallbox um diese Akkus eingebaut und damit wieder die Zulassung zum Fliegen bekommen. Mit dem aktuellen Fall hat das allerdings nichts zu tun.