Umweltverträglichkeit Batterien überschreiten Grenzwerte für Schwermetall

Einer neuen Studie des Umweltbundesamtes zufolge, überschreiten einige gängige Batterien die Grenzwerte der Schwermetalle Cadmium, Quecksilber und Blei. Die gemessenen Werte sind aber im Vergleich zu einer Untersuchung von 2006 nicht neu, was sich geändert hat sind die Grenzwerte.

Die Studie des Umweltbundesamtes (UBA) kommt zu dem Ergebnis, dass einige Batterien hierzulande einen zu hohen Schwermetallgehalt haben. Untersucht wurden dazu 150 verschiedene Batterien sowie Lithium-Ionen-Akkus. Die Batterien & Akkus wurden sowohl im Einzelhandel, beim Versand oder auch bei Straßenhändlern gekauft.

Bei ihrer Suche nach den Schwermetallen Cadmium (Cd), Quecksilber (Hg) und Blei (Pb) wurden die Wissenschaftler besonders bei den Zink-Kohle-Batterien fündig. Die Hälfte der 25 untersuchten Zink-Kohle-Rundzellen wies einen höheren Cadmium-Wert auf, als es der Grenzwert von 20 mg/kg vorgibt. Der hohe Cadmium-Gehalt stammt dabei aus der Zinkelektrode. Besonders interessant ist, dass es bei der Belastung mit Cadmium keine Unterschiede zwischen Batterien gab, die explizit als cadmiumfrei gekennzeichnet waren und solchen, bei denen es keinen Hinweis gab. So hatte eine Batterie zwar den Aufdruck 0 % Cadmium, enthielt aber 170 mg/kg Cadmium, was eine 8fache Grenzwertüberschreitung darstellt.

Im Vergleich zur Vergangenheit haben sich die Schwermetallgehalte der untersuchten Batterien kaum geändert, die meisten stimmen sogar mit der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2006 überein. Damals gab es allerdings noch gar keinen Grenzwert für Cadmium sondern nur eine Kennzeichnungspflicht, die ab einem Wert von 250 mg/kg begann. Kennzeichnungspflicht heißt, dass alle Batterien welche diesen Wert überschreiten, mit dem Aufdruck »Cd« versehen  sein müssen.

Eine Kennzeichnungspflicht gibt es auch für Blei, die mit Einführung des Batteriegesetzes von 4000 mg/kg auf 40 mg/kg herabgesetzt wurde. So ganz genau nahmen  es viele Hersteller mit der Kennzeichnungspflicht aber nicht. So lag auch der Bleiwert bei allen untersuchten Zink-Kohle- und Zink-Chlorid-Batterien zum Teil deutlich darüber. Mit  dem entsprechenden Hinweis »Pb« versehen waren jedoch nur 60 % der untersuchten Exemplare. Spitzenreiter war eine Zink-Kohle-Rundzelle mit 1958 mg/kg Blei, die keine entsprechende Kennzeichnung trug.

Auch beim Quecksilber gab es Überschreitungen des Grenzwertes von 5 mg/kg , der allerdings auch schon vor Einführung des Batteriegesetzes galt. Betroffen waren nur Batterien mit Zinkelektrode. Interessant ist, dass die Spanne hier von 0,2 mg/kg bis 41,4 mg/kg reichte. Diesen höchsten Wert erreichte eine Zink-Kohle-Rundzelle mit dem Aufdruck 0 % Hg.

Alkali-Mangan-Rundzellen und Li-Ionen-Akkus unter den Grenzwerten

Deutlich besser schnitten bei dem Test die Silberoxid-Knopfzellen und Lithium-Primärzellen ab, bei denen nur wenige der untersuchten Batterien die Kennzeichnungs-Werte  überschritten.

Bei  Lithium-Ionen-Akkus und den weitverbreiteten Alkali-Mangan-Rundzellen lagen die Werte sogar bei allen Schwermetallen unter den Grenz- und Kennzeichnungswerten. Bei den Alkali-Mangan-Knopfzellen hingegen, überschritten fast alle getesteten Batterien den Kennzeichnungswert von Blei. Ordnungsgemäß gekennzeichnet waren allerdings nur 3 von 19.

Die Studie hat gezeigt, dass die Schwermetallbelastung vom Typ der jeweiligen Batterie abhängt. Aus dieser Sicht spricht beispielsweise nichts gegen den Einsatz von Alkali-Mangan-Rundzellen oder auch Lithium-Zellen. Einen großen Nachteil haben aber alle Primärbatterien gegenüber Akkus: ihre Energiebilanz. So benötigt die Produktion von Primärbatterien zwischen 40 und 500 Mal mehr Energie, als sie bei der Nutzung zur Verfügung stellen.