Miese Öko-Bilanz des Bitcoin Auf der Suche nach stromsparenderen Krypto-Währungen

Ob ein Bitcoin-Investment sich langfristig finanziell lohnt, wird die Zeit zeigen. Dass der Boom der Digitalwährung der Umwelt schadet, bezweifeln aber selbst Bitcoin-Fans nicht. Eine Verbesserung der Öko-Bilanz des Bitcoin ist nicht absehbar - ganz im Gegenteil.

Der Bitcoin-Hype lockt auch konservative Sparer aus der Deckung. Beim traditionellen Festgeldsparen schrecken niedrige Zinssätze von unter 2 % die Anleger ab, während die frühen Investoren in die umstrittene Digitalwährung Bitcoin über eine Serie von erstaunlichen Kurssprüngen jubeln. Heftige Kursschwankungen strapazieren zwar die Nerven der Bitcoin-Fans, doch bislang ist der große Crash ausgeblieben.

Die Bitcoin-Gewinner blenden dabei aber oft aus, unter welchen ökologischen Umständen die Digitalwährung geschürft wird. Die Miner stellen ein gigantisches Computernetzwerk zur Verfügung, mit dem die Integrität der Währung gewährleistet wird.

Sie verifizieren sämtliche Bitcoin-Transaktionen und speichern das unendliche Logbuch (Blockchain) in Datenbanken. Sie bilden quasi das technische Rückgrat des Zahlungssystems Bitcoin und werden dafür mit Einheiten der Digitalwährung belohnt.

So viel Strom braucht das Schürfen

Den gesamten Strombedarf der in aller Welt verteilten Miner kann man nicht exakt bestimmen, sondern nur schätzen. Alex de Vries, einer der weltweit führenden Kryptowährungs-Experten, hat in seinem Blog Digiconomist berechnet, dass durch das Bitcoin-System derzeit 32,5 Terawattstunden verbraucht würden.

Das entspreche immerhin dem Strombedarf von Serbien. Pro Bitcoin-Transaktion würden 237 Kilowattstunden verbraucht, das entspricht in etwa dem monatlichen Durchschnittsverbrauch in einem kleineren Einfamilienhaus in Deutschland.

Die Zahlen von de Vries sind allerdings nicht unumstritten. So bezweifelt der französische Bitcoin-Experte Marc Bevard die Berechnungsgrundlage, wonach 60 % der Bitcoin-Erlöse beim Schürfen für den Strombedarf draufgehen. Doch selbst, wenn die Stromrechnung nur 20 oder 30 %der geschürften Bitcoin-Erträge frisst, bleiben die grundsätzlichen Zweifel an der ökologischen Nachhaltigkeit des Bitcoin.

Das hat auch mit einem Grundprinzip der Digitalwährung zu tun: Es werden im gesamten Bitcoin-Netzwerk täglich nur rund 3600 Bitcoins an die Miner verteilt. Und je mehr Miner um die wenigen Bitcoin-Einheiten buhlen, desto komplizierter werden die Rechenaufgaben, die zu bewältigen sind.

Dieses Prinzip schützt zum einen das System vor Angriffen von Betrügern. Es treibt aber auch die erforderliche Rechenleistung nach oben.