Neue Standardgröße Akku im Scheckkarten-Format

Der CC2300 hat die gleichen Abmessungen wie eine Kreditkarte. Er hat eine Kapazität von 2.300 mAh und steckt in einem Kunststoffgehäuse.
Der CC2300 hat die gleichen Abmessungen wie eine Kreditkarte. Er hat eine Kapazität von 2.300 mAh und steckt in einem Kunststoffgehäuse.

Bei der Entwicklung von tragbaren Geräten für die Medizin oder die Messtechnik spielt der Akku eine große Rolle. Mit einem scheckkartengroßen Formfaktor will das britische Unternehmen Accutronics einen neuen Standard für kompakte Lithium-Ionen-Akkus schaffen, der unabhängig von den schnellen Produktlebenszyklen von Akkus aus der Konsumelektronik ist.

Mit seiner Grundfläche von 85,6 mm × 54 mm hat der Akku die gleichen Abmessungen wie eine Kreditkarte. Die Entwickler haben ihrem Werk daher auch den Namen „credit card battery“ verpasst. Den Akku gibt es derzeit in zwei Varianten: zum einen den CC2300 mit einer Kapazität von 2.300 mAh und einer Höhe von 9,1 mm sowie den CC3800 mit einer Kapazität von 3.800 mAh und einer Höhe von 14,7 mm.

In dem Akku steckt eine prismatische Lithium-Kobalt-Zelle mit einer typischen Spannung von 3,7 V. Nach ca. 300 vollen Lade-/Entladezyklen erreicht die Kapazität des Akkus 80 % des Ausgangswertes. Dabei kann der Akku einen kontinuierlichen Entladestrom von bis zu 2 A abgeben. In der Regel sind es natürlich deutlich mehr Ladezyklen, da selten komplett entladen wird. Die Selbst­entladerate gibt Accutronics mit 1 bis 2 % im Monat an. Die Akkus können ­zwischen 0 °C und 45 °C geladen und zwischen –20 °C und +60 °C entladen werden.

Das Innenleben des Akkus enthält bereits einen nach Angaben des Herstellers sehr genauen Ladezustandsanzeiger, eine Schutzschaltung für Über- oder Unterspannung oder zu hohe Ströme sowie einen NTC für die Temperaturerfassung. Accutronics bezeichnet das auch als „Smart Battery“, da der Ladezustand an ein anderes Gerät übermittelt werden kann. Die Kommunikation erfolgt per I²C. Das ist auch ein Unterschied zu einem Smartphone-Akku, der in der Regel keinen Ladezustandsanzeiger hat, da der sich im Telefon befindet.

Der Hintergrund der Entwicklung ist es, Herstellern von tragbaren Geräten etwa für die Medizinelektronik oder der Messtechnik entgegenzukommen. Häufig ist es schwierig, kompakte Akkus zu finden, welche die Anforderungen für industrielle Zwecke erfüllen. Akkus aus der Konsumelek­tronik haben zusätzlich eine recht kurze Produktlebenszeit, die nicht mit der langen Lebensdauer solch eines Geräts zusammenpasst. Mit dem einheitlichen Formfaktor und der Langzeitverfügbarkeit soll erreicht werden, dass nicht mit jedem neuen Gerät auch die Stromversorgung mit dem Akku neu entwickelt werden muss.