Prognose PV-Kraftwerke 5 Prozent mehr Stromausbeute

Aufgrund einer höheren Solarstrahlung übersteigen die Erträge aus PV-Kraftwerken die Prognosen um 5 Prozent.
Aufgrund einer höheren Solarstrahlung übersteigen die Erträge aus PV-Kraftwerken die Prognosen um 5 Prozent.

Die Photovoltaik-Kraftwerke liefern fünf Prozent mehr Strom als gedacht. Zu diesem Ergebnis kam das Fraunhofer ISE. Die gängigen Prognosen müssen überarbeitet werden. Doch worauf ist der Wachstumstrend zurückzuführen?

Die Solarenergie ist eine der Säulen der Energiewende. Die Erträge aus Photovoltaik-Kraftwerken werden in Deutschland daher regelmäßig erfasst. Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hat nun ergeben, dass die PV-Anlagen in Deutschland fünf Prozent mehr Strom erzeugen als erwartet. Zurückzuführen ist der Trend auf die Sonneneinstrahlung. Das aktuelle Strahlungsniveau in Deutschland liegt nach der Studie deutlich über den Mittelwerten der letzten 30 Jahre. An diesem langjährigen Mittelwert orientieren sich jedoch die Ertragsprognosen. Kein Wunder also, dass die tatsächlichen Erträge von PV-Kraftwerken die Prognosen um fünf Prozent übertreffen. Die Forscher des Fraunhofer ISE haben aufgrund dieses Effekts ihr Serviceangebot zur Qualitätssicherung von PV-Anlagen angepasst und verwenden nun als Basis für ihre Ertragsgutachten Solarstrahlungsdaten aus den letzten zehn Jahren.

Bisher gingen die Fraunhofer-Experten bei der Prognose der Solarstrahlung davon aus, dass sich die langjährigen Mittelwerte aus der Vergangenheit nicht bedeutsam von der Solareinstrahlung der Zukunft unterscheiden. Damit ist es aber nun vorbei. Allerdings unterliegt die Solarstrahlung langfristigen Trends, dem sogenannten »Global Dimming and Brightening«. Diese bewirken, dass sich die Strahlungsmittelwerte mit der Zeit verändern. Ursachen dafür sind u.a. zu- bzw. abnehmende Luftverschmutzung und Aerosolgehalte in der Atmosphäre.

Woher das Wachstum?

Gemeinsam mit der ETH Zürich und dem Deutschen Wetterdienst hat das Fraunhofer ISE nun untersucht, wie hoch die Abweichungen wischen historischen Mittelwerten und aktuellen Einstrahlungswerten sind und welche Auswirkungen diese auf Ertragsprognosen von Solaranlagen haben. Dazu untersuchten Sei Strahlungsmesswerte aus den Jahren 1951 bis 2010 des Deutschen Wetterdienstes für ausgewählte Standorte in Deutschland. Das Ergebnis: Seit etwa Mitte der 80er Jahre ist ein Anstieg der Solarstrahlung, sprich: Brightening, zu beobachten. An den betrachteten Standorten liegt das derzeitige Strahlungsniveau etwa fünf Prozent über dem Mittelwert des Untersuchungszeitraums.