Hybrider Großspeicher 5-MW-Akku für Erneuerbare Energien

Der Energieversorger E.ON und die RWTH Aachen wollen einen 5-MW-Energiespeicher bauen, um Erneuerbare Energien zwischenzuspeichern. Das Besondere ist, dass in diesem Speicher drei verschiedene Batterietechniken zum Einsatz kommen.

Die Planungen für das Projekt »M5BAT« laufen bereits, im Herbst ist Baubeginn und 2015 soll der 5-MW- Energiespeicher seinen Betrieb aufnehmen. Das Wort »Baubeginn« hat in dem Fall seine Berechtigung, da der Speicher so groß ist, dass er ein eigenes Gebäude in Aachen bekommt.

Die Ziele des bis mindestens 2017 laufenden Projektes sind es, Strom aus Erneuerbaren Energien zwischenzuspeichern, zur Netzstabilisierung beizutragen und den Strom auch zu vermarkten. Der Energiespeicher wird dazu an das Stromnetz angeschlossen und soll dort als eine Art Kraftwerk fungieren.

Einmalig ist, dass in diesem Groß-Energiespeicher drei verschiedene Batterietechniken zum Einsatz kommen. Das sind zum einen die Lithium-Ionen-Akkus, die von der beta motion GmbH bereitgestellt werden. In diesen Akkus stecken prismatische 40-Ah-LMC-Zellen (Lithium-Mangan-Kobalt) mit einem keramischen Sperator, die von dem Daimler/Evonik-Gemeinschaftsunternehmen Li-Tec entwickelt wurden. Die Blei-Akkus stammen vom US-Hersteller Exide. Dazu kommen noch Hochtemperatur-Natrium-Nickelchlorid-Speicher, die auch als Flüssigsalzspeicher bekannt sind. All diese Speicher haben natürlich ihr eigenes Batteriemanagement-System, das dann wiederum in einer zentralen Anlagensteuerung zusammenläuft.

Der Sinn dieses hybriden Energiespeichers ist zweierlei. Zum einen sollen die spezifischen Stärken der einzelnen Techniken kombiniert werden. So sollen etwa die Lithium-Ionen-Akkus vor allem die Energie für kurzfristige, hohe Lasten bereitstellen. Für die langfristige Bereitstellung von Energie über mehrere Stunden kommen die Flüssigsalzspeicher zum Einsatz. Die günstigen Blei-Akkus speichern die größte Energiemenge und werden ebenfalls für kurze und mittlere Entladezeiten verwendet. Zusätzlich soll aber auch getestet werden, wie sich die einzelnen Batterietechniken für unterschiedliche Anforderungsprofile eignen.

Koordiniert wird das Projekt vom E.ON Energy Research Center an der RWTH Aachen. E.ON ist sowohl für die Planung als auch für den Bau des Energiespeichers verantwortlich. Die Wechselrichetr stammen von SMA. Das Projekt wird mit 6,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.