BVDW-Thesenpapier: Zukunft der Wearables Wie sich Nutzer und Wearables gegenseitig formen...

Wearables bestimmen mit über die Gewohnheiten der Nutzer - und die Nutzer bestimmen mit über deren Funktionsumfang.

...und warum große Displays dabei auf der Strecke bleiben werden - angeblich.

Die Wortschöpfung "Always-on" bezog sich ursprünglich auf Internet-Standleitungen, für die zunächst nur größere Firmen Verwendung sahen. Mit den Smartphones ist das Internet innerhalb der letzten acht Jahre in die Hand- bzw. Hosentasche der Endverbraucher gewandert und man begann, von der "Always-on Welt" zu sprechen. "Wearables läuten den nächsten Evolutionsschritt dieser Entwicklung ein", heißt es nun im frisch erschienen Thesenpapier zur Zukunft der Wearables vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). "Während das Smartphone durch das Aufsuchen einer App oder das Aufrufen eines Mobile-Browsers nach wie vor ein Gefühl des Online-Gehens vermittelt, begleiten Wearables uns durch ihren proaktiven Benachrichtigungs-Charakter unauffällig durch den Tag."

Von dieser Vision ist man heute freilich noch ein gutes Stück weit entfernt. Wearables sind zwar die mobilen Geräte, die der Endverbraucher direkt an der Haut trägt – und nicht mehr nur mit sich führt, wie es beim Smartphone der Fall ist – aber der stille Begleiter, der immer zur rechten Zeit die ersehnte Information proaktiv mitteilt, ist das Wearable nicht. Dazu werden zu wenig Daten benutzt.

Das sehen auch die Autoren des Thesenpapiers so und erklären, dass hier die Funktionalität der Geräte auch von der Bereitschaft der Nutzer abhängig ist: "Wearables werden diese Funktion [als stiller Begleiter] allerdings nur dann erfüllen können, wenn Konsumenten sich weiter öffnen. Denn nur, wenn entsprechende Daten gesammelt und genutzt werden, kann ein produktives Begleiten durch den Tag stattfinden." An diesem Punkt formen sich Nutzer und Wearable sozusagen gegenseitig: Je mehr Daten die Nutzer aufzeichnen lassen, desto größer wird der Funktionsumfang der Wearables und umso stärker werden wiederum die Gewohnheiten der Nutzer geprägt.

Dass es trotz der anhaltenden Diskussion um Datenerhebung und schwindender Privatsphäre zu erhöhter Datennutzung kommen wird, sehen die Autoren aber als ausgemacht. Schon jetzt würden immer mehr Dienstleistungen "wearable-kompatibel" gedacht und mehr Nutzerdaten aufgezeichnet, sodass sich der Begriff "Internet of Things" durch die Wearables zum "Internet of Things and Humans" entwickeln werde. Konkret bedeutet das, dass beispielsweise eine Smart-Watch permanent die Bewegungsleistung oder andere Vitalparameter des Nutzers misst und aktiv an eine weitere Station kommuniziert.