Optical Bonding Veredelte Displays sind mehr als ein Trend

Displays mit PCAP-Touchsensoren zu kombinieren, erfordert Wissen und Erfahrung beim Optical Bonding.
Displays mit PCAP-Touchsensoren zu kombinieren, erfordert Wissen und Erfahrung beim Optical Bonding.

Für industrielle Anwendungen sind Standard-Displays oft nicht die optimale Wahl, doch eine Sonderentwicklung ist wirtschaftlich kaum gerechtfertigt. Hierfür erweist sich die Veredelung von Standard-Displays durch Optical Bonding als praktikabel – beherrscht wird der Prozess aber nur von wenigen.

Optical Bonding bezeichnet das Verkleben bzw. Verbinden von mehreren Komponenten eines Display-Systems. So ein System ist mit seinen wesentlichen Bestandteilen in Bild 1 gezeigt. Das Optical Bonding findet in der Regel an zwei Orten statt: Einmal zwischen (Industrie-)Display und Touchscreen und einmal zwischen Touchscreen und Frontglas. Es ist ein sehr effizientes Verfahren zur Display-Veredelung und mittlerweile in unterschiedlichsten Anwendungsgebieten der Industrie als Optimierungsmöglichkeit mehr als etabliert. Beim Bonding wird die Verbindung der Komponenten mittels eines optischen, transparenten Klebers oder einer Folie hergestellt, deren Brechungsindex dem der zu klebenden Medien entspricht.

Seinen Einzug auf dem industriellen Markt erhielt dieses Verfahren über die Projected-Capacitive- (PCAP) Touch-Technologie. Heute ist Bonding in der Industrie auf dem besten Weg zum »Must-have«. Die Verbindung mit einem Cover-Glas macht eine Display-Einheit, egal welcher Technologie, ob TFT, LED oder OLED, robust und optisch brillant und hält die Touch-Funktionalität stabil. Die große Nachfrage am Markt regelt die Produktentwicklung und Bonding wird in naher Zukunft fester Bestandteil in jeder Display-Lösung werden, sowohl standardisiert als auch absolut individuell.

PCAP-Touch als Vorreiter

PCAP-Touch brachte die Entwicklung in Gang, die sich nur kurz nach der Markteinführung immer neue Anwendungsgebiete in der Industrie erschloss und dementsprechend kreative und innovative Weiterentwicklungen erforderlich macht. Industrietaugliche Displays und Bediengeräte müssen heute neben Designwünschen und neuesten Technologien auch noch weitere Kriterien erfüllen, beispielsweise Langlebigkeit und Langzeitverfügbarkeit. Daneben sind die Anforderungen in der Industrie teils über Zertifizierungen und Vorschriften strengeren Regeln unterworfen als in der Unterhaltungselektronik.

Nahezu alle Industriemärkte verlangen heute nach Touch-Bediengeräten, aber nicht in allen Branchen sind die Anwendungsbedingungen dafür ideal. Gerade in den Sektoren Medizin, Food, Automation und Automotive sind Touch-Geräte spezifischen Bedingungen ausgesetzt und das ist mit Standard-Display-Einheiten nicht immer abbildbar. Sie können aber von einem Systemanbieter veredelt werden, um auch anspruchsvolleren Anforderungen zu genügen. Dafür muss der Anbieter eng mit seinen Industriekunden zusammenarbeiten und benötigt Kompetenzen in den Bereichen Embedded, Displays und Touch-Sensorik. Der Bedarf wird applikationsbezogen analysiert und ein geeignetes Display entsprechend den Anforderungen und dem Budget passend veredelt. So entstehen zum Beispiel optimale Displays für raue und anspruchsvolle Betriebsumgebungen.

Wie können Standard- (Touch-)Displays resistenter gegenüber Schmutz und Schock und unabhängiger von Umgebungsbedingungen werden? Aktuell lautet die Antwort darauf in der Regel: durch Optical Bonding. Es ist die gängigste und modernste Methode, um ein HMI-Display zu optimieren. Allerdings sind die Anforderungen an den Maschinenpark, das technologische Wissen und die Erfahrung des Bonding-Spezialisten sehr hoch und nur wenige Display-Hersteller bieten diesen Mehrwertservice auch direkt an. Um diese speziellen Veredelungsverfahren qualitativ hochwertig anbieten zu können, muss der Veredler neben umfassendem physikalischen, chemischem und technischem Know-how auch den notwendigen Maschinenpark und eine gesicherte, zertifizierte Komponentenqualität vorweisen können. Das bedeutet in der Regel: hohe, aber notwendige Investitionskosten.