German OLED Technology Alliance Schlüsselfertige OLED-Produktionsanlage aus Deutschland

Pilotanlage für gedruckte organische Elektronik des Fraunhofer IAP in Potsdam-Golm.
Pilotanlage für gedruckte organische Elektronik des Fraunhofer IAP in Potsdam-Golm.

Für die OLED-Produktion am Standort China entwickelt das deutsche Konsortium GOTA aktuell eine Produktionsanlage, die bereits vollständig auf den Produktionsprozess abgestimmt wurde. Von den vier Entwicklungspartnern stammen auch die druckbaren OLED-Materialien und der Produktionsprozess.

Ende März schlossen sich die Unternehmen Von Ardenne, MBraun Intergas-Systeme und Notion Systems mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) zur German OLED Technology Alliance (GOTA) zusammen. »Als GOTA sind wir in der Lage, eine in sich komplett abgestimmte Produktionsanlage für OLED-Anwendungen auf dem Markt anzubieten«, sagt der Forschungsbereichsleiter am IAP, Dr. Armin Wedel. Die nahe Ausrichtung am Produktionsprozess sei ein Alleinstellungsmerkmal des Konsortiums, so Wedel weiter, da Maschinenbauer in der Regel nicht darauf ausgerichtet seien, auch Produktionsprozesse zu entwickeln.

Von dem Angebot machte nun ein chinesischer Produzent gebrauch, der vom deutschen Konsortium eine schlüsselfertige OLED-Produktionsanlage erhalten wird. Die Basis-Produktionsprozesse wurden in Potsdam auf der Pilotanlage des Fraunhofer IAP entwickelt. Etwa sechs Monate soll es dauern, sie auf die Produktionsanlage zu übertragen, die MBraun gerade in München aufbaut. Das Unternehmen hat sich auf Anwendungen unter Schutzgasatmosphäre spezialisiert und gilt als einer der Pioniere in der OLED-Anlagentechnik. MBraun entwickelt u.a. Laboranlagen zur Vakuum- und Nassbeschichtung, Handhabungslösungen zum Substrattransport in Produktionsanlagen und Dünnschicht-Verkapselungstechniken, etwa für Mikro-Displays auf CMOS-Wafern.

Nachdem in München alle Anlagenkomponenten zusammen gekommen sind, wird die Fertigungsanlage demontiert und an ihren Bestimmungsort in China verschifft. Die Inbetriebnahme vor Ort übernehmen ebenfalls die GOTA-Mitarbeiter. Für die OLED-Produktion auf der Anlage werden Druck-Prozesse eingesetzt. Die Materialien dafür entwickelte das Fraunhofer IAP, die Drucksysteme und Druck-Verfahren stammen vom Entwicklungspartner Notion Systems, der Systeme für den Druck von Farbfiltern sowie aktiven OLED- und QLED-Schichtsystemen für die Display-Industrie entwickelt und produziert. Ein zentraler Prozess für die OLED-Produktion ist die physikalische Gasphasenabscheidung (physical vapour deposition, PVD). Der Dresdner Entwicklungspartner Von Ardenne hat sich auf Komponenten und Komplettsysteme zur PVD-Beschichtung spezialisiert, die bei der OLED-Produktion z.B. zum Aufbringen von Metallelektroden oder von Barriereschichten benötigt werden, um die organischen Materialien vor Sauerstoff und Feuchtigkeit zu schützen.

Was genau auf der GOTA-Anlage in China produziert werden soll, wurde nicht bekannt gegeben. Das Angebot der Entwicklungspartner deckt OLED-Produktionsanlagen für die Beleuchtungs- und die Display-Industrie ab und richtete sich in erster Linie an die Absatzmärkte in China, Taiwan und Japan.