Transparente und Spiegel-OLED-Displays Samsung und Intel entwickeln virtuelle Anprobe für Einzelhandel

Samsungs Spiegel-OLED-Displays mit integrierter Real Sense Technik von Intel wurden in erster Linie für den Einzelhandel konzipiert. Das erste Modell soll Kunden des chinesischen Schmuckanbieters Chow Sang Sang eine virtuelle Anprobe ermöglichen.
Samsungs Spiegel-OLED-Displays mit integrierter Real Sense Technik von Intel wurden in erster Linie für den Einzelhandel konzipiert. Das erste Modell soll Kunden des chinesischen Schmuckanbieters Chow Sang Sang eine virtuelle Anprobe ermöglichen.

Samsung hat auf der diesjährigen asiatischen Einzelhandelsmesse, der Asia Retail Expo in Hong Kong, erstmals spiegelnde sowie transparente OLED-Displays vorgestellt, mit denen Einzelhändler ihren Kunden einen virtuellen Einkauf bieten können.

Ein neues OLED-Display von Samsung reflektiert über 75 Prozent des Lichts und wirkt damit beinahe wie ein gewöhnlicher Spiegel. Über die Display-Funktion werden zusätzliche Informationen oder verschiedene Hintergründe in das Spiegelbild eingeblendet. Damit können Einzelhändler ihren Kunden die Möglichkeit bieten, ein Kleidungsstück anzuprobieren und sich dabei vor unterschiedlichen Hintergründen zu betrachten.

Anwendungen für den Einzelhandel

Das OLED-Display mit full HD-Auflösung (1920x1080 Pixel) ist internetfähig, sodass Kunden während des Einkaufs Produktinformationen recherchieren können. Zusammen mit der integrierten Real Sense Technik von Intel, die Gestenerkennung und Sprachsteuerung ermöglicht, soll sogar eine „virtuelle Anprobe“ von Kleidung, Schmuck und weiteren Einzelhandelsprodukten auf sehr realitätsnahe Weise möglich sein.

Das erste Spiegel-OLED-Display soll auf diese Weise bereits in einer Filiale des chinesischen Schmuckanbieters Chow Sang Sang eingesetzt werden. Es erzeugt Bilder von verschiedenen Halsketten, die auf das Spiegelbild eines Kunden überlagert werden, um die Anprobe zu simulieren.

Einzelhändler haben damit die Möglichkeit, statt eines großen und teuren Lagers in der Filiale, ein virtuelles Sortiment zur simulierten Probe anzubieten. Wird ein Artikel nach der "Anprobe" geordert, kann er direkt von einem Zentrallager zum Kunden nach Hause verschickt werden.

Bilder: 5

Samsung Spiegel-OLED-Display

Samsungs neue transparente und Spiegel-OLED-Displays wurden auf der Einzelhandelsmesse in Hong Kong vorgestellt.

Technische Daten

Als Qualitätsmerkmale des Displays führt Samsung das hohe Kontrastverhältnis von ungefähr 100.000:1 an, die geringe Reaktionszeit von 1 ms und die sehr hohe Farbsättigung von über 100 Prozent. Dass Samsungs Displays Farbwerte oberhalb der Normskala liefern können und auch in diesem Modus betrieben werden, wird seit längerem kontrovers in der Branche diskutiert und muss bei der Einschätzung der Realitätstreue einer virtuellen Anprobe mit bedacht werden. Die Werte für Kontrast und Reaktionszeit übertreffen allerdings die der transparenten LCDs, die häufig für Schaukästen verwendet werden, bei Weitem. Zum Vergleich: Der Anbieter Evoluce GmbH gibt Reaktionszeiten von 8 ms und Kontrastverhältnisse von 3000:1 für seine aktuellen Modelle an.

Transparentes OLED-Display

Das Gegenstück zum Spiegel-OLED-Display bildet das transparente OLED-Display, das vor allem im Bereich Digital Signage eingesetzt werden soll. Es unterstützt ebenfalls eine full HD-Auflösung und beinhaltet Intels Real Sense Technik. Seine Transparenz liegt mit ungefähr 45 Prozent deutlich über den 10 Prozent heutiger transparenter LCDs, es kann 30 Prozent mehr Farbtöne darstellen und auch der Blickwinkelbereich, in dem eine hohe Bildklarheit erzielt wird, ist im Vergleich zu marktüblichen transparenten LCDs größer.

Neben Samsung und Intel ist auch die Agentur Mirum in das Projekt involviert, die sich darauf spezialisiert hat, innovative Technologien in den Einzelhandel zu bringen.