Displaymarkt Samsung dominiert Markt für OLED-Displays

Der gebogene OLED-Fernseher, den Samsung auf der CES in Las Vegas vorgestellt hat. Mit solchen Produkten zeigt der Konzern seine technische Überlegenheit bei den OLED-Displays.
Der gebogene OLED-Fernseher, den Samsung auf der CES in Las Vegas vorgestellt hat. Mit solchen Produkten zeigt der Konzern seine technische Überlegenheit bei den OLED-Displays.Ob Samsung den OLED-TV-Markt ähnlich dominieren wird wie bei den Smartphones, ist allerdings fraglich.

Auch in diesem Jahr soll sich der Umsatz von OLED-Displays deutlich erhöhen und 11,3 Milliarden Dollar erreichen. Profitieren kann davon aber nur ein Hersteller: Samsung. Der Konzern dominiert den Markt fast allein, sowohl als Hersteller als auch als Kunde. Das wirft Fragen für die Zukunft auf.

Der Umsatz mit OLED-Panels soll in diesem Jahr 11,3 Milliarden Dollar erreichen, was rund zwei Drittel mehr sind als im letzten Jahr, als der Umsatz bei 6,9 Mrd. Dollar lag. Das geht aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens DisplaySearch hervor.

David Hsieh, Vice President Greater China Market bei Displaysearch, ist trotz dieser Zahlen noch etwas skeptisch, ob sich diese Technik gegen die TFT-LCDs durchsetzen kann. Denn im Prinzip gibt es mit Samsung nur einen großen Hersteller, der über seine Tochter Samsung Mobile auch zugleich der größte Abnehmer ist. Es müsste also noch mehr Hersteller und Investitionen in diese Technik geben.

So geht der größte Umsatzschub für OLED-Displays in diesem Jahr logischerweise auch von Samsungs neuem Smartphone Galaxy S4 aus, das ein 5-Zoll-AMOLED-Display mit einer Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixel hat und eine Pixeldichte von 440 ppi erreicht. Das ist ein bisher noch nicht dagewesener Wert für ein OLED-Display. Displaysearch geht davon aus, dass 2013 allein 52 Millionen dieser Displays verkauft werden, was bei einem Einzelpreis von etwas über 65 Dollar für einen Umsatz von rund 3,2 Mrd. Dollar steht. Der hohe Umsatz ist also nicht nur auf die Menge sondern auch auf die höheren Preise der OLED-Technik im Vergleich zu LCDs zurückzuführen (siehe Grafik).

Samsung hält bei den OLED-Displays einen Marktanteil von rund 95 Prozent. Mithilfe dieser starken Position sowie den höheren Preisen konnte sich Samsung dem Umsatz bezogen auch zum größten Hersteller bei den kleinen und mittleren Displays insgesamt aufschwingen. Ein Beispiel dafür: für seinen iPhone-Konkurrenten, das Galaxy-Smartphone, ist Samsung der einzige Zulieferer, während Apple beim iPhone auf die 3 Zulieferer Japan Display, Sharp und LG setzt.

An dieser Stelle kann man auch erkennen, warum es OLED-Displays bisher nicht ins iPhone geschafft haben. Apple setzt gern auf mehrere Zulieferer bei seinen Komponenten, allerdings gibt es mit Samsung nur einen großen Hersteller, der somit auch die Preise bestimmen kann. Ganz zu schweigen von dem Patentstreit und dem getrübten Verhältnis zwischen den beiden Konzernen.

Fast ein Viertel der Smartphones mit OLED-Display

Einer Studie von IHS iSuppli zufolge, sollen allein in diesem Jahr rund 191,5 Mio. OLED-Panels für Mobiltelefone verkauft werden. Damit halten die OLED-Panels in diesem Segment einen Marktanteil von 7,9 Prozent. Bei über 4 Zoll großen Displays, wie sie zumeist in Smartphones eingesetzt werden, liegt dieser Anteil bereits bei 23 Prozent, also fast einem Viertel. Auch Vinita Jakhanwal von iSuppli spricht hier dem neuen Display des Galaxy S4 eine große Bedeutung zu, da es das erste Full-HD-OLED-Display hat. Sein Vorgänger hatte noch eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln.

Samsung hat es also geschafft, sich bei OLED-Displays technisch an die Spitze zu setzen und sich ein Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen. Diese Entwicklung, die bei den Smartphones begonnen hat, lässt sich auch auf andere Samsung-Produkte übertragen. Mittlerweile gibt es mit dem 7,7 Zoll großen Galaxy-Tablet auch eine Tablet mit OLED-Display. Nächster Zielmarkt sind die Fernseher, die aber bisher noch nicht in Serienfertigung hergestellt werden, was sich aber 2015 ändern könnte.

Die größte Konkurrenz für Samsung kommt hier aus dem eigenen Land. Erst kürzlich gab der LG-Konzern bekannt, für knapp 470 Mio. Dollar eine OLED-Panel-Fertigung für Fernseher zu bauen, die 2014 bereits die Massenfertigung aufnehmen soll und 2,20 m x 2,50 m große Panels herstellen wird.