Konsumelektronik OLED-Fernseher kommt in deutsche Geschäfte

Der gebogene OLED-Fernseher EA9809. Ab nächste Woche kann man ihn auch in Deutschland kaufen.
Der gebogene OLED-Fernseher EA9809. Ab nächste Woche kann man ihn auch in Deutschland kaufen.

Ab Ende August wird LG seinen gebogenen OLED-Fernseher EA9809 in Deutschland verkaufen. Dabei geht es allerings erst einmal um das Prestige, denn bei limitierten Stückzahlen und einem Preis von 9.000 Euro wird sich der Verkaufserfolg in Grenzen halten.

LG hat den Verkaufsstart seines gebogenen 55-Zoll-OLED-Fernsehers EA9809 in Deutschland und damit in Europa bekannt gegeben. Ab dem 28.08. soll das Gerät zunächst in den »LG-Flagship-Stores« in begrenzter Stückzahl verfügbar sein. Der Preis dafür liegt jetzt bei 8.999 Euro und nicht wie vorher angekündigt bei 9.999 Euro. Solche Flagship-Stores unterhält LG in Deutschland zum Beispiel in Filialien großer Elektromärkte wie Saturn odre bei speziellen Fachhändlern.

LG führt damit erstmals seit dem Jahr 2008, als Sony den 22-Zoll-Fernseher XEL-1 vorstellte, wieder einen in Serie gefertigten OLED-Fernseher in Deutschland ein.

In den USA gibt es den Fernseher bereits seit Ende Juli unter der Bezeichnung 55EA9800.  Dort gibt es einige Tests, die den Fernseher näher beschreiben, wie etwa auf Digital Trends. Interessant ist, dass die gebogene Form des Geräts weder positive noch negative Auswirkungen auf den Zuschauer zu haben scheint. Zumindest soll er sich nicht besonders gut an der Wand befestigen lassen. Offensichtlich geht es LG darum, sich von den flachen LCDs abzusetzen und zu zeigen, was mit OLED-Technik so möglich ist.

Ansonsten gibt LG einige Eckdaten bekannt. So hat der Fernseher die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixel. Seine Abmessungen betragen umgerechnet 123 cm (Breite) x 80 cm (Höhe) x 19 cm (Tiefe), wobei bei der Tiefe natürlich die Biegung mit eingerechnet ist, das Panels selbst ist deutlich dünner. Der Fernseher wiegt rund 19 kg. Seine Leistungsaufnahme liegt bei maximal 291 W und durchschnittlich bei etwas unter 85 W*, im Standby sind es 0,3 W.

Marktanalysten gehen derzeit davon aus, dass im nächsten Jahr knapp unter 1 Million OLED-Fernseher verkauft werden. Zum Vergleich: im Jahr 2012 wurden Displaysearch zufolge 203 Millionen LCD-Fernseher und 16 Millionen Röhrenfernseher verkauft. Der Grund für die niedrigen Verkaufszahlen der OLED-TVs liegt an dem hohen Preis und der schlechten Fertigungsausbeute. So musste LG für die OLED-Panel-Fertigung eine komplett neue Fertigungslinie aufbauen, was natürlich bedeudet, dass viele neue Erfahrungen bei der Herstellung gesammelt werden müssen, was wiederun die Ausbeute nach unten zieht.

Die Vorteile der OLEDs gegenüber den LCDs liegen in dem hohen Kontrast, der dünnen Form, da keine Hinterleuchtung benötigt wird und bei der niedrigen Energieaufnahme. Darüber hinaus lassen sie sich wie von LG demonstriert biegen. Es gibt allerdings auch noch Probleme, wie etwa die unterschiedliche Alterung des blauen Sub-Pixels im Vergleich zu den roten und grünen Pixeln.

Größter und einziger Konkurrent von LGs OLED-Ambitionen ist Samsung, das allerdings noch keine seriengefertigten OLED-Fernseher verkauft. Sollte Samsung ebenfalls mit einem solchen Gerät auf den Markt kommen, dürfte das den jetzigen Preis drücken.

* In einer vorhergehenden Version dieses Artikels hatten wir eine Leisungsaufnahme von maximal 300 W erwähnt. LG hat diese Zahlen in den Spezifikationen jetzt aber zu den im Text erwähnten Werten geändert.