Flexible Displays OLCD im Auto integriert

Ein flexibles AMOLED-Display in der A-Säule eines PKW, verbunden mit einer Kamera am Seitenspiegel, erweitert das Sichtfeld des Fahrers.
Ein flexibles OLCD in der A-Säule eines PKW, verbunden mit einer Kamera am Seitenspiegel, erweitert das Sichtfeld des Fahrers.

FlexEnable, einer der führenden Entwickler flexibler Elektronik aus Cambridge, hat erstmals ein flexibles OLCD vorgestellt, das in die A-Säule eines Autos integriert wurde. Dazu kooperierte man mit Flextronic - es ist schon die dritte größere Partnerschaft der Engländer im Display-Bereich.

In Kombination mit einer Kamera am Außenspiel des Autos, liefert das OLCD dem Fahrer ein Live-Bild der Umgebung seitlich des Autos und erweitert damit dessen Blickfeld. Realisiert wurde das Projekt in Kooperation mit dem Auftragsfertiger elektronischer Baugruppen (Electronics Manufactoring Services, EMS) Flextronics International. Die Mitarbeiter des in Singapur ansässigen EMS-Anbierters, der weltweit unter den Top3 rangiert, übernahmen vor allem die Integration des Displays ins Automobil.


Demonstriert werden sollte das Anwendungspotenzial der OLCD, deren organische Dünnschichttransistoren in einem von FlexEnable entwickelten Niedertemperaturverfahren produziert werden. Bei diesem Verfahren liegt die Fertigungstemperatur unter 100 °C, wovon der gesamte Display-Fertigungsprozess pofitiert. So kann auf teures Polyimid als Substratmaterial verzichtet werden. Für typische Fertitungsprozesse, bei denen Temperature zwischen 300 - und 450 °C auftreten, wird es häufig verwendet. Samsung setzt z.B. bei der Fertigung von AMOLED-Displays für die Galaxy Samartphones darauf.

Partnerschaften im Display-Bereich

Um den Niedertemperaturprozess von der Forschungsanlage auf industrielle Fertigungsstraßen zu übertragen, kooperiert FlexEnable bereits mit dem taiwanesischen LCD-Hersteller Chunghwa Pictures Tubes (CPT). Die ersten flexiblen Displays mit 125 Mikrometer Dicke und Bildfrequenz von 60 Hz liefen bereits vom Band. Die mechanische Flexibilität von AMOLED-Displays ermöglicht ihre Montage und Benutzung an Stellen, die bisher für Displays unzugänglich waren. Systemdesigner und Produktmanager haben damit die Möglichkeit, Flächen auszunutzen, die bisher als toter Raum anzusehen waren.

FlexEnable ist auch im Bereich organische Flüssigkristall-Displays (OLCDs) tätig, die ohne Glas auskommen sollen. Große Teile des günstigen LCD-Fertigungsprozesses können für die Produktion organischer LCDs übertragen und durch den Verzicht auf Glas noch optimiert werden. Außerdem sind die fertigen Komponenten dünner, leichter und dabei bruchsicher - gute Argumente für den Absatz auf den Massenmärkten Smartphones und Wearables. Zur Weiterentwicklung der OLCD-Fertigung arbeitet FlexEnable zusammen mit dem Chemiekonzern Merck, dem weltgrößten Flüssigkristall-Hersteller. Die Kooperation mit Flextronic für die Integration flexibler organischer Displays in den Automobilsektor ist damit bereits die dritte große Kooperation der Engländer.