Optische Sensoren Mit Smartphones und Tablets kam der Boom

Während einfache optische Sensoren lange ein Schattendasein führten, wurde mit der Markteinführung von Endgeräten der neuesten Generation ein regelrechter Boom ausgelöst. Lag der Umsatz mit diesen Sensoren im letzten Jahr noch bei 555 Mio. Dollar, soll er 2013 laut IHS den Wert von 782 Mio. Dollar erreichen.

Der dramatische Umsatzsprung von mehr als 40 %, den die Marktforscher von IHS für 2013 erwarten, soll sich zwar abschwächen, aber für das Jahr 2017 wird ein Markvolumen von 1,3 Mrd. Dollar erwartet. Die Marktforscher unterscheiden drei Varianten einfacher optischer Sensoren nach den Anwendungsbereichen:

  • Umgebungslicht-Sensoren (engl. Ambient Light Sensors – ALS),
  • RGB-Sensoren, mit denen die Farbtemperatur bestimmt werden kann sowie
  • Annäherungssensoren, über die etwa eine Handy-Display abgeschaltet wird, wenn es an das Ohr des Benutzers gehalten wird.

Dabei führen die IHS-Experten den Umsatzsprung auf den Ersatz der Umgebungslicht-Sensoren, über die bislang die Helligkeit des Displays von Handys und Tablets geregelt wurde, durch RGB-Sensoren zurück. Hinzu kommt, dass die einfachen Näherungssensoren durch solche ersetzt werden, die zusätzlich eine Gestenerkennung beherrschen. Diese neuen Sensortypen sind naturgemäß erheblich teurer als die einfachen Varianten.

Neben der Verwendung optischer Sensoren in Smartphones und Tablets werden diese unterschiedlichsten Anwendungsfeldern für verschiedenste Aufgaben genutzt, darunter in Geräten der Konsumentenelektronik und der industriellen Automatisierungstechnik, in der Medizintechnik und in der Beleuchtungstechnik sowie in der Automobiltechnik. Beispiele dort sind die Helligkeitssteuerung von der Armaturen- und Display-Beleuchtung sowie als Regensensoren.

Die größten Sensor-Verbraucher

Die Unternehmen Apple und Samsung gelten als die Vorreiter bei der Nutzung von Lichtsensoren für die Gestaltung ihrer Produkte: 2010 etwa hatte Apple einen RGB- und einen Näherungssensor für das iPhone 4 und das iPad eindesignt. Im letzten Jahr hatte Samsung einen Kombinationssensor in zwei der Galaxy-Smartphones eingebaut, der die Funktionen RGB, Näherung und Infrarot integrierte. Dass Samsung in seinen High-end-Geräten auf RGB-Sensoren für die Anpassung des Display an die Umgebungshelligkeit setzt, könnte nach Meinung der IHS-Experten auch andere Smartphone-Hersteller dazu bewegen, hier nachzuziehen. Chips für die Gestenerkennung, die ebenfalls ni der Stückliste von Samsung-Smartphones auftauchen, kamen vom Halbleiterhersteller Maxim Integrated, aber das japanische Unternehmen Sharp will noch in diesem September mit der Produktion eines Kombinationssensors mit Gestenerkennung beginnen.

Die größten Verbraucher von Lichtsensoren sind mit einem Anteil von mehr als 50 % Apple und Samsung. Danach folgen in weitem Abstand die chinesischen Hersteller Huawei Technologies, ZTE und Lenovo sowie die weniger bekannten Unternehmen Coolpad und Xiaomi. Die Rangliste der Sensorhersteller führt das Unternehmen ams mit seiner amerikanischen Tochtergesellschaft Taos in Texas an. Es folgt das taiwanische Unternehmen Capella Microsystems, das vor allem Samsung beliefert. Auch hier stehen die beiden Marktführer für mehr als die Hälfte des Umsatzvolumens. Andere wichtige Hersteller sind Avago Technologies und Sharp.