Interview Lichtlösungen intelligent gestalten

Bild 1. Stephane Rose, seit 2010 Director Lighting EMEA bei Arrow, verweist darauf, dass LED-basierende Beleuchtungslösungen in manchen Segmenten wie portable Leuchten bereits stark dominieren und bei Anwendungen im Außenbereich, z.B. Straßenleuchten, noch starken Nachholbedarf haben.
Bild 1. Stephane Rose, seit 2010 Director Lighting EMEA bei Arrow, verweist darauf, dass LED-basierende Beleuchtungslösungen in manchen Segmenten wie portable Leuchten bereits stark dominieren und bei Anwendungen im Außenbereich, z.B. Straßenleuchten, noch starken Nachholbedarf haben.

Stephane Rosa, Director Lighting EMEA bei Arrow Europe, sieht, dass sich die Beleuchtungsindustrie durch den verstärkten Einsatz von Hochleistungs-LEDs grundlegend wandelt. Als Distributor kann der bei neuen Projekte mit seinem Lighting-Expertenteam langjährige Design-Erfahrung einbringen.

Herr Rosa, Innovationen in der Beleuchtungsbranche werden im ­Wesentlichen durch LED-Applikationen getrieben. Wohl auch, weil sie das Zigfache an Betriebsstunden dessen erreichen, was herkömmliche Glühlampen schaffen. Die Dinger werden eingebaut und brennen dann ewig? Ersatzbedarf Fehlanzeige?
Stephane Rosa: Diese Frage ist berechtigt, stellt sich aber erst in fünf oder zehn Jahren. Die Betriebsdauer dieser LED-Leuchten wird sich vervielfachen, doch bis es so weit ist, werden viele Unternehmen noch eine Lernkurve durchschreiten müssen. Die Stromversorgung dieser Leuchten hat einen großen Einfluss auf die tatsächliche Lebensdauer der LED-Leuchten und der dort verbauten Bauteile. Die Kühlmaßnahmen bei LED-Leuchten sind bisweilen sehr diffizil und haben ebenfalls starken Einfluss auf die LED als solche und auf die in den LED-Leuchten verbauten Stromversorgungen. Die Qualität einer LED-Leuchte wird sich erst nach mehreren Jahren zeigen. Doch wenn Unternehmen es verstehen, alle Komponenten einer LED-Beleuchtung richtig zu dimensionieren, dann werden die Leuchten tatsächlich sehr lange in Betrieb sein. Der Markt für LED-Beleuchtungen entwickelt sich erst und er wird noch viele Jahre benötigen, bis diese Technik in allen Bereichen herkömm­liche Lösungen verdrängen kann.
Welche Applikationen werden bereits mehrheitlich mit LEDs realisiert und wo gibt es noch weiße Flecken?
Rosa: Na, ich denke, dass es zwei typische Applikationsfelder gibt, die sich sehr unterschiedlich entwickeln. Portable Lösungen werden heute fast ausschließlich mit LEDs realisiert, weil deren geringer Energiebedarf geradezu dafür geschaffen ist. Dem stehen Anwendungen gegenüber, die im Außenbereich angesiedelt sind, beispielsweise Straßenbeleuchtungen. Dort gibt es absolut konkurrenzfähige LED-Lösungen, die darauf warten, dass Kommunen Geld in die Hand nehmen, um damit langfristig Geld zu sparen. Eine deut­liche Zurückhaltung in vielen Regionen herrscht aber immer noch vor. Schließlich werden die meisten Straßenbeleuchtungen noch mit traditionellen Lösungen betrieben.
Was können die Hersteller von LED-Lösungen aus technischer Sicht noch deutlich verbessern und so vielleicht den Umstieg beschleunigen?
Rosa: Ich denke, dass sich die Hersteller zu lange darauf fokussiert haben, LED-Lösungen als direkten Ersatz für bestehende Leuchtmittel zu entwickeln. Also Lampen mit E27-Fassung beispielsweise, um die Glühlampe eins zu eins austauschen zu können. Mehr und mehr Lichtdesigner und Architekten ent­decken inzwischen, dass LED-Lösungen mit Intelligenz verknüpft werden können und die traditionellen Lösungen damit mehr als gleichwertig ersetzen können. Intelligenz steckt zum Beispiel in der Farbwahl, wenn ich dem ganzen Raum durch einen unterschiedlichen Farbton eine grundlegend andere Stimmung vermitteln kann. Intelligenz lässt sich auch dadurch integrieren, dass ich die Lichtbedingungen im Raum permanent auf die Lichtsituation im Außenbereich abstimme oder Licht nur dort einschalte, wo sich Menschen gerade aufhalten oder einen Gang entlanggehen. Was portable Lösungen anbetrifft, so kann ich mir vorstellen, dass sich der Energiebedarf von LED-Leuchtmitteln noch so weit reduzieren lässt, dass man mit Hilfe von Energy-Harvesting-Lösungen autark werden kann und keine Batterie oder Akkulösung mehr für die Speisung der LED benötigt. Das Potenzial der LED als Lichtquelle für Beleuchtungslösungen ist noch lange nicht ausgeschöpft. Als Folge werden sich Applikationen ergeben, die wir heute noch nicht absehen können.