Beleuchtung Kann sich die OLED gegen die LED durchsetzen?

OLED-Installation mit Lumiblade-Modulen von Philips. OLEDs haben einige Vorteile gegenüber LEDs, sind aber teurer und weniger effizient.
OLED-Installation mit Lumiblade-Modulen von Philips. OLEDs haben einige Vorteile gegenüber LEDs, sind aber teurer und weniger effizient.

In einer Studie haben zwei Marktforscher die Chancen der OLED-Beleuchtung im Vergleich zu den LEDs ausgelotet. Ihr Fazit ist, dass die OLED-Beleuchtung auch auf lange Zeit nur kleine Märkte erobern wird. Klarer Nachteil sind die Kosten aber auch die Effizienz. Es gibt aber auch einige Alleinstellungsmerkmale.

Während die OLED-Technik bei kleinen Displays schon ein beachtliches Marktvolumen gewonnen hat, steht die OLED-Beleuchtung noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Zu dieser Erkenntnis kommen die Marktforscher Dr. Norman Bardsley von Bardsley Consulting und Dr. Khasha Ghaffarzadeh von IDTechEx in ihrer Studie »OLED vs LED Lighting 2013-2023«.

Dabei haben sie die Potentiale der OLED-Beleuchtung mit der LED-Beleuchtung für die nächsten zehn  Jahre verglichen. Die größten Nachteile der OLED-Beleuchtung sind dabei die geringere Effizienz und die die deutlich höheren Kosten im Vergleich zur LED. Auf absehbare Zeit wird die OLED also im Schatten der LED stehen, für das Jahr 2023 sagen die beiden Analysten dem weltweiten Markt für die OLED-Beleuchtung gerade mal ein Volumen von 1,3 Milliarden Dollar voraus. Zum Vergleich: Dem Marktforschungsunternehmen Strategies Unlimited hatte der LED-Beleuchtungsmarkt im Jahr 2012 ein Volumen von 14,5 Mrd. Dollar.

Daran wird sich nur etwas ändern, wenn es eine bahnbrechende Erfindung gibt, wie es Apple etwa mit dem iPhone geschafft hat. Bis dahin bleiben den Herstellern von OLED-Beleuchtungen lediglich Nischen-Märkte wie das Hotel- und Gaststättengewerbe, Einkaufszentren oder spezielle architektonische Projekte. Dazu kommt, dass die Panel-Hersteller aufgrund des Wettbewerbs wenig mit ihren OLED-Beleuchtungen verdienen werden. Die Profiteure wären eher die Installateure und Licht-Designer, welche beim Endkunden tatsächlich den Bedarf wecken können.

Technische Eigenschaften

Die LED ist deutlich effizienter als die OLED. Ihre Energieeffizienz liegt bei 90 – 100 lm/W. Bei den OLEDs sind es zwischen 20 und 50 lm/W. Ähnlich sieht es bei der Lebensdauer aus, bei der LEDs auf über 50.000 Stunden kommen, während es OLEDs nicht über 15.000 Stunden schaffen. Allerdings muss man hier zu der Studie hinzufügen, dass die OLEDs innerhalb der letzten beiden Jahre starke Fortschritte bei Effizienz und Lebensdauer gemacht haben.

Kosten

Da OLEDs derzeit noch weit davon entfernt sind, in ähnlich großen Stückzahlen wie LEDs gefertigt zu werden, sind sie natürlich weit teurer. So beziffern die Analysten die Kosten einer kompletten LED mit 5 Dollar/klm (Kilolumen), während es bei den OLEDs 300-500 Dollar/klm pro Panel sind.

Dabei gibt es verschiedene Faktoren, welche die Kosten nach oben treiben. Da ist  zum Beispiel die aufwendige Verkapselung der OLED. Sie ist notwendig, da die organischen Schichten sonst in Kontakt mit Sauerstoff kommen und relativ schnell degradieren würden. Die organischen Schichten der OLED werden dabei zwischen zwei speziellen Glasplatten verklebt. Günstiger wird dieses Verfahren, wenn in Zukunft Verkapselungsmethoden ohne Glas ausreifen, wie etwa die Dünnschichtverkapselung.

Neben der Verkapselung kommen weitere Kosten bestimmter Schichten dazu, wie etwa die ITO-Anode (Indiumzinnoxid) oder auch die Lichtauskopplungsfolie.

Wesentlich besser sieht es da schon bei den organischen Aktiv-Materialien aus. Hier rechnen die Analysten mit schnell fallenden Preisen, da etwa immer mehr Unternehmen in dieses Feld einsteigen. Außerdem profitiert die OLED-Beleuchtung dabei vom Wachstum der OLED-Displays, was die Materialien ebenfalls günstiger macht. So gehen sie bis 2023 von Kosten von 70 – 90 Dollar/m² aus, während es jetzt noch 350 – 400 Dollar/m² seien.

Insgesamt kostet ein 1m²-Stack  rund 800 bis 900 Dollar. Bis 2023 sollen es immerhin 100 – 120 Dollar/m² sein.