Displays Ist UHD schon reif für die Industrie?

UHD-Displays liefern ultrascharfe Bilder aber ist das schon was für die Industrie?
UHD-Displays liefern ultrascharfe Bilder aber ist das schon was für die Industrie?

Seit dem letzten Jahr gibt es die ersten UHD-fähigen Fernseher in den Geschäften. Wir wollten wissen, ob die ultrahohe Auflösung auch schon bei den industriellen Displays angekommen ist. Dazu zwei Statements der beiden Display-Spezialisten MSC Technologies und Data Modul von der embedded world.

»Zu früh für einen Boom«

Im B2B-Markt setzt UHD schon jetzt neue Maßstäbe. Wer bei Digital-Signage-Anwendungen mit Bildschirmdiagonalen > 200 cm keine großen Qualitätsverluste bei der Bildqualität hinnehmen will, für den sind 3840 × 2160 Pixel Auflösung praktisch ein Muss.

Zum echten visuellen Genuss für den Betrachter werden Bilder, Videos und Animationen freilich erst in Verbindung mit entsprechenden Inhalten, welche die Vorteile der höheren Auflösung oder auch die größere Tiefenschärfe voll nutzen. Hier ist die spannende Frage, wie massiv sich Werbetreibende von den Vorteilen einer hohen Auflösung motivieren lassen, noch mehr auf digitale Medien zu setzen.

Auf großes Interesse stößt UHD inzwischen auch bei Kunden aus der Medizintechnik und professionellen Grafikanwendungen, wobei hier vor allem UHD-fähige Premium-Lösungen mit Bildschirmdiagonalen zwischen 60 und 80 cm gefragt sind. Die Vorteile für den Steuerungs- und Überwachungsbereich liegen auf der Hand, da ein UHD-Bildschirm zum Beispiel eine Full-HD-Videowand mit 2 × 2 Bildschirmen ersetzen kann. Gleiches gilt auch für den Videokonferenzbereich und interaktive Whiteboards. Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach UHD-fähigen Displays und Komplettlösungen in diesen Marktsegmenten bei uns bereits 2014 deutlich anziehen wird. Von einem Boom zu sprechen wäre aber definitiv noch zu früh.

»Mit größeren Displays wächst das Interesse«

Unsere industriellen Kunden, die zum größten Teil in den Bereichen Automation, Medizin und HMI ansässig sind, setzen fast ausschließlich kleinere und mittelgroße Displays mit Auflösungen bis SXGA/WXGA ein. Der Trend geht hier in erster Linie zu weitformatigen Anzeigen. Selbst Full-HD ist hier noch selten vertreten, da höhere Auflösungen ein Redesign bedeuten und oft kein Mehrwert darin gesehen wird.

UHD kommt aus dem TV-Bereich und kann momentan Größen bis zu 85 Zoll und mehr abdecken. Das entspricht einer Bildschirmdiagonale von über 2,15 Metern. Da sind schon sehr spezielle Anwendungen erforderlich, damit die Anforderung dafür besteht. Auch die in der Industrie benötigte Langzeitverfügbarkeit ist hier nicht gegeben.

Nichtsdestotrotz gibt es bei Data Modul bereits erste Anfragen für UHD-Displays von Kunden aus unterschiedlichsten Bereichen, wie Digital Signage, Gaming oder auch von Industriekunden, deren Anwendungen sehr große Displays benötigen und wo hier durchaus der Nutzen für die hohe Auflösung gesehen wird. Weiterhin in Diskussion ist die Frage, ob sich als Schnittstellen-Standard V-by-1 oder DisplayPort durchsetzen wird.