AMOLED-Display des Galaxy S7 In Sachen Smartphone-Displays hat Samsung die Nase vorn

Das beste, was der Markt für Smartphone-Displays zu bieten hat, ist ein AMOLED-Display.
Das beste, was der Markt für Smartphone-Displays zu bieten hat, ist ein AMOLED-Display.

Kommt die OLED oder nicht? Diese Frage wird im industriellen Display-Bereich sehr oft gestellt. Im Endverbrauchermarkt führt wohl auf Dauer kein Weg an den AMOLED-Displays vorbei – und hier hat Samsung aktuell die Nase klar vorn.

Apple verdient zwar mit Abstand das meiste Geld mit seinen Smartphones, die größeren Stückzahlen setzt aber Samsung ab. Gerade beim Display, das zumindest für den Benutzer den Dreh- und Angelpunkt des Smartphones darstellt, liegt Samsung mit seinen AMOLED-Displays technisch vor der Konkurrenz aus Kalifornien – so urteilt zumindest Dr. Raymond Soneia, Leiter der DisplayMate Technologies Corporation, die seit Jahrzehnten unabhängige Tests an Displays verschiedener Art durchführt. Die AMOLED-Displays im Samsung Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge, die auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona offiziell präsentiert wurden, seien die performantesten Smartphone-Displays, die man bei DisplayMate jemals getestet hätte, so Soneia.

Konkret bedeutet das: die höchste bisher erreichte Auflösung eines Smartphone-Displays (2560x1440, Quad HD), eine Helligkeit von maximal 855 cd/m², ein hoher Kontrast bei Umgebungslicht von 186:1 und eine geringe Reflektion des Displays von 4,6 Prozent. Die Leistungsaufnahme des Displays wurde offenbar auch reduziert, denn Samsung spendierte dem Smartphone eine »Always-on-Display«-Funktion, mit der permanent die Uhrzeit angezeigt wird – das war aufgrund des harten Sparkurses in Sachen Leistungsaufnahme bei Smartphones bisher nicht denkbar. Auch auf Software-Seite wurde etwas für das Display getan: Ändert der Benutzer die Helligkeitseinstellung, kombiniert die Software diesen Wert mit dem aktuelle Messwert des Umgebungslichtsensors und überschreibt mit diesem neuen Wertepaar die Werkseinstellung der automatischen Helligkeitsanpassung. So wird die vorkonfigurierte Helligkeitsanpassung sukzessive an den Benutzer angepasst, was sich in der Regel positiv auf die Batterielaufzeit auswirkt.

Im Vergleich zu den LCDs der iPhones haben Samsungs AMOLED-Displays jetzt also auch im Punkto Helligkeit nachgelegt. Der darstellbare Farbraum ist bei AMOLED-Displays ja schon traditionell größer, der Kontrast Prinzip-bedingt höher und Gewicht sowie die Display-Stärke geringer. Letztlich vertragen sich Samsungs AMOLED-Displays auch besser mit Sonnenbrillen, die einen Polarisationsfilter verwenden. Das Licht von LCDs wird in der Regel nicht wie bei den AMOLEDs zirkular polarisiert. Dreht der Benutzer das Smartphone um 90 °, erschient das Display durch die Sonnenbrille entsprechend heller bzw. dunkler.

Der große Vorteil der LCDs sind natürlich die geringen Herstellungskosten, die das Preis-Leistungs-Verhältnis bei kleinen Stückzahlen zu Gunsten der LCDs verschieben. Im Industriebereich wird man daher die LCDs sicherlich noch lange sehen. Speziell im Smartphone-Sektor könnte aber bald Schluss sein.

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