Neue Messe Lighting Technology Externe F&E-Abteilung der Leuchtenindustrie

Lighting Technology Messe mit großer F&E-Abteilung.

Morgen eröffnet Deutschlands erste reine Entwicklermesse für Beleuchtungstechnik - eine Vorschau.

Die Macher der Beleuchtungsindustrie bekommen mit der »Lighting Technology« ihre eigene Messe in Deutschland. Das Angebot richtet sich an Entwickler, Planer, Ingenieure und Wissenschaftler der Lichtindustrie. Einen Fokus auf eine bestimmte Technologie oder die Beschränkung auf nur ein zentrales Thema gibt es nicht. Die gesamte Wertschöpfungskette ist auf der Messe vertreten, angefangen von der Entwicklung und Herstellung einer Beleuchtungskomponente bis zur Simulation des Lichtbildes eines gesamten Leuchtensystems.

Der Schwerpunkt liegt auf den Komponenten. Die Austeller zeigen hier u.a. LED-Leuchtmittel, Verbindungstechnik, Gehäuse, Sensorik und Optiken. Die Messe deckt aber noch deutlich mehr Bereiche ab: Hersteller und Anbieter von Simulations- und Entwicklungssoftware, Produktionsmitteln, Dienstleister und Materialhersteller sind genauso präsent.

Die Ausstellerliste enthielt bis kurz vor Drucklegung bereits mehr als 70 Einträge, rund 20 Unternehmen stellen Referentenfür das Workshop-Programm. »Die Lighting Technology ist quasi eine große F&E-Abteilung der Leuchten¬industrie und Lichttechnik«, fasst Udo Weller (Bild 1) den Messecharakter zusammen. Er ist Geschäftsführer des Veranstalters Untitled Exhibitions, der die Messe ins Leben gerufen hat.

Die Entwickler stehen im Mittelpunkt

Zwar gibt es mit der Light+Building in Frankfurt bereits eine kolossale Anlaufstelle für Beleuchtungstechnik, allerdings steht dort die breite Masse der Anwender im Mittelpunkt. Was in Deutschland fehlt, ist »eine Entwicklermesse für die Wertschöpfungskette davor«, so Weller. »Das übernimmt nun die Lighting Technology.« Da die Zielgruppe sehr spitz ist, sind die Dimen­sionen der Messe nicht mit der einer Light+Building zu vergleichen, die beinahe das gesamte Messegelände in Frankfurt ausfüllt.

Eine Hallenebene im Messezentrum Essen (Bild 2) ist für die Erstveranstaltung reserviert. Ob es in Zukunft bei dieser Größe bleiben wird, das hängt vom Echo der Aussteller und Teilnehmer ab.

Eine thematisch breite Entwicklermesse erscheint vor dem Hintergrund der aktuellen Beleuchtungstrends wie eine willkommene Gelegenheit zum fachübergreifenden Erfahrungsaustausch. Der ist für die Umsetzung von Konzepten wie Smart Lighting oder Human Centric Lighting zwingend notwendig. Dabei ist das Innovationspotenzial der Branche sehr hoch. Chip- und Leuchtenhersteller können Mehrwerte durch höhere Lichtqualität schaffen. Die Einführung von melanopisch wirksamer Steuerung der Arbeitsplatzbeleuchtung – also die Anpassung der Farbtemperatur an die jeweilige Tätigkeit – kann das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit der Mitarbeiter steigern. Die Integration von Sensorik in das Beleuchtungssystem versetzt den Leuchtenhersteller in die Lage, als Informationsprovider aufzutreten und sich so ein ganz neues Geschäftsfeld zu erschließen. Außerdem sind Leuchten eine logische Wahl, um als Sensorhub in Gebäuden oder außerhalb als Träger der Sensor- und Kommunikationsinfrastruktur der Smart City genutzt zu werden. Um all diese Ideen umzusetzen, müssen nicht nur die Geschäftsführer aus den verschiedenen Fachbranchen miteinander über die Chancen zur Monetarisierung sprechen, sondern auch die Ingenieure und Entwickler über die Möglichkeit zur technischen Umsetzung.

Genau dafür soll die Messe laut Udo Weller eine Plattform bieten und so einen Beitrag zur Stärkung des Innovationscharakters und zur Zukunftsfähigkeit der Lichtbranche leisten. Aber natürlich lebt eine Messe nicht allein von Gesprächen über Zukunftsvisionen, sondern auch von gegenwärtig funktionierenden Produkten, dem Austausch von praktischen Erfahrungswerten und dem Präsentieren von echten Fallstudien. Was den Leuchtenentwickler aktuell im Berufsalltag interessiert, verrät Kai Klimkiewicz (Bild 3), Field Application Engineer beim LED-Hersteller Cree Europe: »Die drei Top-Themen für mich sind die neuen Optik-Innovationen, optimiertes Thermomanagement und die IoT-Anbindungen.«