Hohe Nachfrage für Mikro-LED-Displays Effizienteres Herstellungsverfahren verfügbar

Der steigende Bedarf für µLED-Displays kann mit momentanen Produktionstechniken nicht gedeckt werden. Plessey verfolgt einen effizienteren Ansatz, den Hersteller gegen Lizenzgebühr nutzen können.

Yole Développement veranschlagt für 2025 einen Bedarf für µLED-Displays von 330 Millionen Stück. Mit den aktuellen Herstellungsverfahren – Produktion der LED auf einem Siliziumwafer mit anschließendem Transfer durch eine Bestückungsanlage auf die CMOS-Backplane des Displays –  ist ein Produktionsvolumen dieser Größenordnung nicht vorstellbar.

Der britische SSL-Technologie-Anbieter Plessey Semiconductors hat ein monolithisches Herstellungsverfahren für µLED-Displays entwickelt, sodass der Transferprozess eingespart werden kann. Innerhalb des ersten Halbjahres 2018 wollen die Briten die ersten, auf diese Weise gefertigten, µLED-Displays in Serienproduktion verfügbar machen. Ein Lizenzierungsprogramm für Hersteller wurde bereits gestartet.

Anbieter, aber kein Hersteller

Zum Hersteller wird das Unternehmen aber nicht werden. Der Status als erster Anbieter von monolithisch gefertigten µLED-Displays ist laut Geschäftsführer Michael LeGoff als überzeugender Kompetenzbeweis zu werten, um mehr Lizenzkunden für die Produktionstechnik zu gewinnen. »Wir haben uns entschieden, ein Technologieplattform-Anbieter zu werden, um für unsere Technologie eine möglichst breite Produktionsgrundlage zu erreichen«, erklärt LeGoff das strategische Unternehmensziel.

Gefertigt werden die µLEDs aus GaN auf Silizium. Diese Technik bietet »bessere Wärmeleitfähigkeit als Sapphire und höhere Helligkeit als OLED«, erklärt Plesseys technischer Leiter Dr. Keith Strickland. Darum bestehe ein breiter Konsens innerhalb der Branche, dass GaN auf Silizium der einzig gehbare Weg für Displays mit hoher Auflösung und Helligkeit sei. Eine monolithische Bauweise vereinfacht außerdem die Integration von Standard-CMOS-Schaltungen und Grafikprozessoren.

Märkte für µLED-Displays sind Smartwatches, AR- und VR-Displays sowie Head-up-Displays.