Cree legt Geschäftsbericht vor CEO zeigt sich zufrieden – aber warum eigentlich?

Cree beendet das Geschäftsjahr 2017. Laut Geschäftsführung stehe nun eine solide Basis für Wachstum im nächsten Jahr. Mut macht aber nur der Blick auf Wolfspeed.

6 Millionen US-Dollar Verlust im Q4 stehen in Crees Finanzbericht. Das gesamte Geschäftsjahr 2017 war unterm Strich noch deutlich ernüchternder: 98 Millionen US-Dollar Verlust stehen zu Buche, wenn die US-amerikanischen Bilanzierungsvorschriften eingehalten werden (Generally Accepted Accounting Principles, GAAP). Der scheidende Geschäftsführer Chuck Swoboda gab sich trotzdem optimistisch: »Im Q4 haben wir Fortschritte gemacht. Alle Geschäftsbereiche zeigen gute Zahlen und wir erzielen einen non-GAAP Gewinn pro Aktie, der genau unseren Zielvorstellungen entspricht.«

Wie passt diese Aussage mit dem Geschäftsbericht zusammen? Viele US-Unternehmen erstellen neben der Bilanz nach US-amerikanischer Bilanzierungsvorschrift eine zweite Bilanz (non-GAAP). Hier werden außergewöhnliche Investitionen und Einnahmen herausgerechnet, um ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu zeigen. Ob diese Bilanzierungsmethode, die freiwillig und daher von der Abschlussprüfung ausgenommen ist, tatsächlich den genaueren Einblick in die wirtschaftliche Gesundheit eines Unternehmens vermittelt, ist möglich, aber eine Garantie möchten die Buchprüfer dafür offensichtlich nicht aussprechen. Auf dem Kapitalmarkt werden non-GAAP Bilanzen von den Analysten und Anlegern als eine zusätzliche Orientierung genutzt, die nicht losgelöst von der GAAP-Bilanz betrachtet wird.

Eine Frage der Bilanzierung

Nach der non-GAAP-Methode sieht Crees Bilanz deutlich freundlicher aus: Aus dem 6 Millionen Verlust im Q4 wird ein Gewinn von 4 Millionen und aus den 98 Millionen Jahresverlust wird ein Gewinn von 50 Millionen US-Dollar. Ganz unabhängig von GAAP und non-GAAP steht allerdings ein Umsatzrückgang von knapp 144 Millionen US-Dollar gegenüber dem Geschäftsjahr 2016. Betroffen davon war das Geschäftsfeld »Lighting Products«, das um knapp 190 Millionen nachgab. Nahezu konstant blieb die Nachfrage für LED-Produkte und das beinahe an Infineon verkaufte Tochterunternehmen Wolfspeed erwirtschaftete knapp 45 Millionen US-Dollar mehr, was einer Umsatzsteigerung von 15 Prozent entspricht.

Auch wenn die Worte von Chuck Swoboda positiv klingen und bei Bezug auf die non-GAAP Zahlen eine gewisse Berechtigung haben: nach einer guten Geschäftsentwicklung sieht die momentane Lage trotzdem nicht aus.