Merck investiert in Smart Building Blickdichte Fenster durch Flüssigkristalle

Merck eröffnet eine neue Fabrik für Flüssigkristall-Fenstermodule in Holland. 15 Millionen Euro investiert das Chemieunternehmen damit in den Wachstumsmarkt Smart Building.

Die Nachfrage für Fenster mit integrierten Flüssigkristallen sei aktuell sehr hoch, erklärt Kai Beckmann aus dem Vorstand von Merck. Die Auftragsbücher sind bis Frühjahr 2018 gut gefüllt. Im LCD regulieren Flüssigkristalle die Lichtdurchlässigkeit der Pixel und damit den auf einem Pixel erzeugten Farbeindruck. Die Schaltzeiten liegen dafür bei einigen Millisekunden.

Display-Technik im Fenster

Übertragen auf ein Fenster bieten integrierte Flüssigkristalle die Möglichkeit zur Transmissionsregulierung innerhalb von Sekundenbruchteilen. Die aktuellen Modelle erreichen eine Reduzierung des Lichteinfalls auf bis zu 5 Prozent. In Kombination mit einem Lichtsensor kann die Lichttransmission eines Fensters beispielsweise verzögerungsfrei an die aktuellen Tageslichtverhältnisse angepasst werden. Bauliche Maßnahmen zur Verdunkelung würden damit überflüssig. Im Verbund mit einer Klimaanlagensteuerung lassen sich laut Merck – je nach Anwendungsfall – Stromkosten von bis zu 40 Prozent einsparen.

Die Anwendungsgebiete beschränken sich nicht allein auf die Außenfassade. Sie können auch als Sichtschutz für innenliegende Fenster von Konferenzräumen oder sensiblen Produktionsbereichen genutzt werden, um sie auf Knopfdruck blickdicht werden zu lassen.

Prototyp arbeitet seit 2015 fehlerfrei

Seit 2015 befindet sich ein Flüssigkristall-Fenstermodul im Praxistest an der Westfassade in Mercks Forschungszentrum in Darmstadt. Das Modul arbeitet laut Hersteller auch bei starkem Sonneneinfall und tiefen Minusgraden im Winter zuverlässig. Im September 2016 wurden weitere Module als Sicht- und Sonnnenschutz in der neu eröffneten OLED-Material-Produktionsanlage des Unternehmens in Darmstadt installiert.