LED Professional Symposium Beleuchtungstechnik und Cyber Security

Zum diesjährigen LED Professional Symposium werden ca. 1600 Teilnehmer und 100 internationale Aussteller erwartet. Das Veranstaltungsprogramm ist das bisher umfangreichste - auch Cyber Security bekommt seinen Platz.

Im Hinblick auf prominente Keynote-Sprecher ist das letztjährige Symposium sicherlich nicht mehr zu übertreffen. Mit Shuji Nakamura leihte eine echte Koryphäe auf dem Gebiet der LED-Technik dem LED Professional Symposium (LpS) sein Gesicht. Aber auch in diesem Jahr werden professionalle Anwender auf ihre Kosten kommen. Das Veranstaltungsprogramm ist so umfangreich wie nie und mit dem Abschlussvortrag zum Thema Cyber Security wird endlich auch ein Problemfeld aufgegriffen, in dem dringend Handlungsbedarf für Hersteller und Anwender besteht.

Problemfall Cyber Security in smarten Leuchten

Mit der zunehmenden Installation von vernetzten Leuchten, in denen ein embedded PC eine gewisse Rechenleistung zur Verfügung stellt, wird die Beleuchtungstechnik ein immer attraktiveres Ziel für Hacker. Das ist laut Code Mercenaries Geschäftsführer Guido Körber auch kaum verwunderlich. Sei die einzelne Leuchte zwar nicht besonders rechenstark, könne doch ein großer Verbund von internetfähigen Leuchten einem Angreifer, ähnlich wie es das Mirai-Botnetzwerk aktuell tut, die Leistung eines kleinen Rechenzentrums zur Verfügung stellen, ohne dass für ihn dafür Hardware-, Strom- und Internetkosten anfallen würden. [Elektronik 2017, Ausgabe 8, S.39]. Auch gezielte Angriffe auf persönliche Daten – angefangen bei der vertraulichen Email und endend bei der Kredidkarteninformation oder dem Passwort für den Online-Banking-Account – können über den Weg der vernetzten Beleuchtung erfolgen. Ist die Leuchte Teil eines Netzwerks, ist sie auch ein potenzielles Einfalltor.

Für den Leuchtenhersteller geht damit die Frage einher, welche Verantwortlichkeit er gegenüber dem Anwender im Bereich Cyber Security übernehmen muss. »Ein Hersteller, der sein IoT-Gerät schnell auf den Markt bringen will, kann viele Fehler bei der IT-Sicherheit machen, die dann letztlich den Anwender treffen«, sagt Ken Munro.

Er ist Vorstandsmitglied im Internet of Things Security Forum und testet seit über zwanzig Jahren als Ethical Hacker Computersysteme auf ihre IT-Sicherheit. Auf dem diesjährigen LpS spricht er am letzten Veranstaltungstag über die dunklen Ecken des IoT. Er zeigt verschiedene wunde Punkte in der Software von IoT-Systemen auf, führt die möglichen Konsequenzen vor Augen und stellt Ansätze zur Problembeseitigung vor. Laut Munro spielen bei der Software-Entwicklung von IoT-Geräten aktuell Sicherheitsaspekte meist keine Rolle.

Ab 2018: Veröffentlichungspflicht für alle Sicherheitsbrüche

Ab dem 25. Mai 2018 könnte sich dieses Versäumnis für die Hersteller rächen. Mit dem Inkrafttreten der EU Datenschutz-Grundverordnung müssen laut Munro die Hersteller alle bei ihren Produkten aufgetretenen Sicherheitsbrüche veröffentlichen – mit entsprechenden Auswirkungen auf das Hersteller-Image.

Bis dahin haben Entwickler noch die Möglichkeit zu reagieren. Mit Ken Munro, der dafür bekannt ist, Sicherheitsmängel auch offen anzusprechen, steht auf dem diesjährigen LpS ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

Erweitertes Veranstaltungsprogramm

Neben insgesamt über 100 Vorträgen ist in diesem Jahr das Praxisprogramm noch umfangreicher. Neue Einsatzmöglichkeiten für Beleuchtungstechnik und aktuelle Entwicklungen werden in Workshops und Foren praxisnah vorgestellt. Organisationen und Unternehmen wie Epic, Photonics21, Bluetooth SIG, OLEDWorks und Bartenbach, behandeln darin Themen wie Miniaturisierung von Lichtsystemen, Li-Fi Datenübertragung, Drahtlose Kommunikation mit Bluetooth Mesh, Internet der Dinge, Design-Aspekte mit modernen OLEDs und physiologische Aspekte der Lichtgestaltung.

Das Veranstaltungsprogramm und weitere Informationen zum LED professional Symposium finden Sie hier.