Projektiv-kapazitive Touchscreens für Industrieprodukte Alles aus einer Hand

Ein passendes projektiv-kapazitives Touch-Display für den industriellen Bereich zusammenzustellen, ist heute eine interdisziplinäre Aufgabe, unter anderem aus den Bereichen Displays, Touch-Technik, Optik und Materialphysik. Unterstützung beim Einkauf bieten sogenannte One-Stop-Shopping-Angebote.

Projektiv-kapazitive Touchscreens (PCAPs) sind durch den flächendeckenden Einsatz im Smart­phone zur Massenware für den Endverbraucher geworden. Im industriellen Bereich sind sie vergleichsweise gering verbreitet. Die Technik ist aber mittlerweile so weit ausgereift, dass auch der Einsatz in der anspruchsvolleren Industrieumgebung möglich ist.

Für die Integration eines PCAP muss sich ein Systemingenieur in der Regel mit den drei Komponenten Display, Touchscreen (mit Controller) und Frontscheibe auseinandersetzen. Damit sind normalerweise auch drei verschiedene Hersteller verbunden, zu denen eventuell noch ein Dienstleister für die Integration der Komponenten hinzu kommt (z.B. das Verkleben von Touchscreen und Glas). Solche Situationen sind sehr unübersichtlich. Es müssen verschiedene Verantwortlichkeiten ausgehandelt werden, für die zunächst niemand zuständig ist. Die Erstellung eines übergeordneten Datenblattes muss beispielsweise geklärt werden. Auch das Erbringen von Garantieleistungen ist in der Regel neu zu verhandeln, da die Einzelkomponenten der Hersteller für die Integration nachträglich modifiziert werden.

One-Stop Shopping

Eine Alternative zu diesem Szenario ist eine sogenannte „One-Stop Shopping Solution“. Dahinter steht ein Hersteller, der die Integration aller nötigen Komponenten zu einem fertigen Gesamtsystem übernimmt, vollständige Spezifikationen zu jedem Modul liefert und eindeutig festgelegte Garantieleistungen erbringt.

One-Stop Shopping für PCAPs bietet z.B. das japanische Unternehmen NLT (ehemals NEC) an. Als Hersteller und Entwickler von Displays und Touchscreens produziert man hier alle benötigten Komponenten selbst und kann sie bereits in einem frühen Stadium der Produktion sinnvoll aufeinander abstimmen. Das fertige Gesamtsystem wird vor der Markteinführung den nötigen EMV-Tests unterzogen.

Ein Systemingenieur wird so bei seiner Aufgabe unterstützt, ungewollte Szenarien zu erkennen und zu vermeiden. Ein ungewolltes Szenario ist beispielweise die Kombination eines langzeitverfügbaren industriellen Displays mit einem Touchscreen aus dem Konsumgütermarkt, der nur einen kurzen Lebenszyklus hat. Ähnliches gilt für den Temperaturbereich. Hohe Kosten für ein Display mit einem Bereich von –30 bis +80 °C möchte man vermeiden, wenn das später hinzugefügte Touch-System geringer spezifiziert ist.

Produktpalette

Neben dem üblichen Sortiment aus fertigen Standardprodukten gibt es bei einigen One-Stop-Shopping-Anbietern auch die Möglichkeit, sich ein Produkt aus verschiedenen Komponenten individuell zusammenzustellen. NLT bietet diese Option ab einem Jahresbedarf von 500 Stück an. Die Zusammenstellung eines individuellen PCAP ist in der Regel recht simpel. Bild 1 zeigt die vier wesentlichen Auswahlschritte (siehe auch Anfang nächste Seite).