Smarte Textilien Vom Rotor bis zum Sicherheitsgurt

Um beispielsweise Wärme direkt in der Bekleidung zu erzeugen, sollen leitfähige Strukturen künftig unmittelbar auf das Textil gedruckt werden.
Um beispielsweise Wärme direkt in der Bekleidung zu erzeugen, sollen leitfähige Strukturen künftig unmittelbar auf das Textil gedruckt werden.

Sensorfäden zur Zustandsüberwachung von Rotorblättern, textile Heiz- und Leuchtflächen im Auto und gesundheitsüberwachende Bekleidung: Für smarte Textilien eröffnen sich immer mehr Anwendungen. Ende Februar zeigen Wissenschaftler und Unternehmer in Papenburg ihre Möglichkeiten und Visionen.

Das 4. Anwenderforum „Smart Textiles“ findet am 24. und 25. Februar in Papenburg statt. Das Forschungskuratorium Textil organisiert das Anwenderforum mit, um Wissenschaft und Industrie besser zu verdrahten und so den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis zu beschleunigen.

So gibt es mittlerweile erste marktreife Anwendungen: So präsentiert die W. Zimmermann GmbH & Co. KG einen neuartigen Sicherheitsgut, der dank integrierter Mikrofone auch als Freisprechanlage fungiert. Für den Gurt, der bereits serienmäßig in Cabrios eines deutschen Automobilherstellers verbaut wird, hatten die Entwickler einen elektrisch leitfähigen Faden konzipiert, der sich in das bei Sicherheitsgurten verwendete Polyerstergewebe einarbeiten lässt.

Im Flugzeugbau sind Textilien unter Leichtbauaspekten ein wichtiger Forschungsschwerpunkt. In Papenburg wird Dr. Christian Weimer, Abteilungsleiter für Faserkunststoffverbund-Technologien bei der „AIRBUS Group Innovations“ in München über neue Anwendungen in Luft- und Raumfahrt sprechen.

Auch für den Schiffbau wird das Potenzial smarter Textilien ausgelotet. Dipl.-Ing. Hermann-Josef Mammes, Abteilungsleiter Forschung und Entwicklung bei der Meyer Werft, gibt auf dem Forum einen Einblick in erste Anwendungsfelder. Beispielsweise laufen bereits Forschungen mit Sensorteppichen, die etwa in Gästekabinen Stürze registrieren und melden.

Fraunhofer-Forscher vom Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) in Itzehoe forschen aktuell an einem Sensor-Shirt vornehmlich für Senioren. Ziel ist die Entwicklung einer gedruckten, großflächigen Sensortechnologie zur Erfassung von Bewegungsmustern und Gesundheitsdaten, die in Textilien eingebracht werden soll. Erste Zwischenergebnisse sollen ebenfalls in Papenburg präsentiert werden.

Das „Smart Textiles“-Forum, das vom Textilforschungsinstitut Thüringen Vogtland in Greiz (TITV Greiz) initiiert wurde, ist einschließlich Vorgängerformaten mit 15 Jahren die älteste europäische Fachveranstaltungsreihe zur Thematik.

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